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Demenzkranke springt aus Fenster, Krankenhaus haftet

21.04.2017 – Krankenhaus_by-sassi_pixelioEin Krankenhaus muss für die Sicherheit von Demenzkranken sorgen. Geschieht das nicht, muss die Klinik für den Schaden aufkommen, den eine dementen Patientin erleidet, wenn diese aus einem ungesicherten Fenster ihres Krankenzimmers türmt, stürzt und sich dabei verletzt. Das hat der 26. Zivilsenat des OLG Hamm entschieden und damit das erstinstanzliche Urteil des LG Arnsberg abgeändert.

Die Patientin war bei der Einlieferung aggressiv, verwirrt, desorientiert und zeigte Weglauftendenzen. Um dem vorzubeugen, hatten die Krankenschwestern die Tür des Krankenzimmers von außen mit einem Krankenbett versperrt. Allerdings gibt es in Krankenzimmern auch Fenster. Ein solches entdeckte die Patientin am späten Abend des dritten Behandlungstags. Sie fiel auf ein rund fünf Meter tiefer liegendes Vordach und erlitt zahlreiche Brüche, die operiert werden mussten.

Wegen unzureichender Sicherungsmaßnahmen verlangte der Krankenversicherer die Erstattung der Behandlungskosten, circa 93.300 Euro. Das Gericht folgte der Forderung in zweiter Instanz. Das Krankenhaus habe gegen ihre vertraglichen Fürsorgepflichten und gegen die ihr obliegende Verkehrssicherungspflicht verstoßen. Die Patientin sei nicht ausreichend geschützt gewesen.

Bild: Krankenzimmer (Quelle: sassi / PIXELIO / www.pixelio.de)

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