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Bund prüft Senkung der Mehrwertsteuer

12.06.2017 – Steuern_Tim Reckmann_pixelio.deDie Bundesregierung prüft derzeit die Absenkung der Mehrwertsteuer. Demnach schlug der emeritierte Kölner Wirtschaftsprofessor Carl Christian von Weizsäcker in einem Interview mit der Welt am Sonntag Senkung der Steuer von 19 auf 14 Prozent vor. Ziel sei es, dadurch den Konsum anzukurbeln und den deutschen Handelsüberschuss zu reduzieren.

“Die gefährliche Alternative wäre, dass die Schulden in Europa vergemeinschaftet werden und Deutschland für die Schulden anderer mithaftet”, wird von Weizäcker zitiert. Damit eine Senkung des Steuersatzes auch einen Effekt habe, “müsste die Mehrwertsteuer deutlich spürbar sinken, beispielsweise von 19 auf 14 Prozent. Das wäre ein Anfang”, ergänzt der Ökonom.

Unterstützung erfährt von Weizsäcker dabei auch von anderen führenden Wirtschaftsexperten. “Das wäre auch aus Verteilungssicht sinnvoll, weil es breit wirken würde, denn niedrigere Verbrauchssteuern kommen allen zugute, auch Niedrigverdienern, Rentnern oder Hartz-IV-Empfängern”, ergänzt der Wirtschaftsweise Peter Bofinger.

“Eine indirekte Steuer wie die Mehrwertsteuer zu senken ist sicherlich das wirkungsvollste Instrument, um den Konsum anzukurbeln. Weil Geringverdiener einen weit größeren Anteil ihres Einkommens in den Konsum stecken als Besserverdienende, würde ein großer Teil der Entlastung tatsächlich gleich wieder in zusätzlichen Konsum fließen”, konstatiert Thomas Straubhaar, Professor für Volkswirtschaftslehre der Universität Hamburg.

“Die Mehrwertsteuer zu senken wäre sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, um den privaten Verbrauch anzukurbeln und auf diese Weise den Leistungsbilanzüberschuss zu senken”, kommentiert auch Gustav Horn, Leiter des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung.

Differenzierter betrachtet hingegen Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die Steuerpläne: “Die Senkung der Mehrwertsteuer käme einer einseitigen Zollsenkung gleich und wäre somit vermutlich im gewünschten Sinne wirksam.” Die Ursachen der Handelsüberschüsse seien damit hingegen nicht zu bekämpfen.

Im Bundeswirtschaftsministerium sehe man die Pläne jedoch skeptisch, berichtet die Zeitung weiter. So werde die Senkung des Mehrwertsteuersatzes die Kauflaune der Deutschen zwar weiter ankurbeln. Dauerhaft wirksamer zur Senkung der Leistungsbilanzüberschüsse seien jedoch höhere Investitionen und Lohnsteigerungen, heißt es aus dem Ministerium. Zudem liege der Importanteil beim privaten Konsum nur bei 25 Prozent. (vwh/td)

Bildquelle: Tim Reckmann / PIXELIO / (www.pixelio.de)

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