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Brexit: Unternehmen fürchten sinkende Investitionen

17.05.2017 – Brexit by_Bernd Kasper_pixelio.deViele deutsche Unternehmen befürchten derzeit mehr Nachteile durch einen Austritt Großbritanniens aus der EU. So stellt sich ein Großteil der deutschen Firmen laut einer aktuellen Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte mit sinkenden Investitionen deutscher Firmen im Vereinigten Königreich. Auch die Investitionen in der Bundesrepublik könnten jedoch sinken.

So glauben 58 Prozent der befragten Unternehmen, dass sich deutsche Firmen künftig mit Investitionen im Vereinigten Königreich zurückhalten werden. Gleichzeitig glauben 21 Prozent der Firmen mit einer Investitionszurückhaltung deutscher Firmen in Deutschland. 53 Prozent rechnen zudem mit einem Handelsrückgang zwischen Deutschland und Großbritannien. 39 Prozent erwarten zudem eine hohe Kapitalmarkt- und Wechselkursvolatilität.

Dennoch sehen viele Unternehmen auch Vorteile für den hiesigen Wirtschaftsstandort. So rechnen 49 Prozent der Befragten mit einer Stärkung des Finanzplatzes Deutschland. 44 Prozent erwarten, dass bestehende Unternehmen oder Unternehmensteile nach Deutschland verlagert werden. 41 Prozent rechnen zudem mit einer höheren Attraktivität Deutschlands für ausländische Direktinvestitionen. 34 Prozent glauben außerdem, dass Deutschland als europäischer Hub für ausländische Start-ups und Hightech-Unternehmen attraktiver wird.

Zudem glauben die befragten Unternehmer, dass vor allem Frankfurt am Main als Bankenzentrum und Sitz der Europäischen Zentralbank zum Brexit-Gewinner werden könnte. Während Berlin vor allem als hippe Metropole für Start-ups profitieren könnte, könnte die bayerische Landeshauptstadt München laut Studie vor allem als Technologiestandort von einem Brexit profitieren.

“Der Brexit wirft seine Schatten voraus. Fast alle Unternehmen beschäftigen sich inzwischen damit, fast zwei Drittel sogar intensiv”, betont Alexander Börsch, Chefökonom und Leiter Research bei Deloitte. Dies seien “deutlich mehr als noch vor Jahresfrist – damals war es gerade ein Drittel”.

GDV: Britische Versicherer sind stärker vom Brexit betroffen

Nach Ansicht des Brancheverbandes GDV sind die britischen Versicherer jedenfalls stärker von einem EU-Austritt Großbritanniens betroffen als die deutsche Konkurrenz. Demnach ist das Vereinigte Königreich mit einem Anteil 21,1 Prozent derzeit der größte Versicherungsmarkt in Europa. In der Lebensparte entfallen sogar ein Viertel aller Beitragseinnahmen (24,8 Prozent) auf den britischen Markt.

Auch in der Schaden- und Unfallsparte ist Großbritannien mit einem Marktanteil von 19,4 Prozent die Nummer eins auf dem europäischen Markt. Allerdings liegt das Vereinigte Königreich mit einem Marktanteil von 6,7 Prozent der weltweiten Rückversicherungsbeiträge nur auf Platz vier – hinter den USA mit 24 Prozent, Deutschland mit 23,3 Prozent und der Schweiz mit etwa zehn Prozent.

Dennoch sind laut GDV viele britische Versicherer traditionell auf dem deutschen Markt unterwegs, auch wenn 2015 nur ein einziger Versicherer mit britischem Mehrheitseigentümer unter der Aufsicht der deutschen Finanzaufsicht Bafin stand. Allerdings ist Großbritannien im Rahmen des Passporting-Geschäftes in Deutschland derzeit das mit Abstand wichtigste Herkunftsland. Nach Angaben des GDV sind derzeit 162 britische Versicherer für den freien Dienstleistungsverkehr in Deutschland angemeldet – darunter auch schottische Versicherer. Dazu wären zudem auch 19 Versicherer aus Gibraltar von einem Brexit betroffen. (vwh/td)

Bildquelle: Bernd Kasper / PIXELIO / (www.pixelio.de)

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