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BdV kritisiert mangelnde Transparenz bei Solvenzberichten

28.07.2017 – 97598_web_R_by_Helene Souza_pixelio.deDie Lebensversicherer waren in diesem Jahr erstmals verpflichtet, unter dem neuen Regime von Solvency II einen Solvenzbericht zu erstellen. Der Bund der Versicherten (BdV) hat gemeinsam mit dem Analysehaus Zielke 84 Solvenzberichte auf den Prüfstand gestellt. Hier gebe es noch erheblichen Verbesserungsbedarf etwa beim Thema Transparenz, sagte BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein.

Gemeinsam mit Carsten Zielke von der Carsten Zielke Research GmbH erläuterte Kleinlein gestern auf einer Telefonpressekonferenz ihre Befunde und das hiervon abgeleitete Ranking. Für den BdV-Vorstandssprecher war besonders wichtig, ob die Solvenzberichte auch darüber klare Auskunft geben, ob das vom Kunden bei seiner Lebensversicherung eingekaufte Leistungsversprechen auch für viele Jahrzehnte sichergestellt ist. Zur Bewertung der Ergebnisse griff der BdV zu einer Ampelsystematik. Grün bedeutet dabei aus Verbrauchersicht, dass das Unternehmen angemessen gut aufgestellt ist. Bei Gelb wird Verbesserungsbedarf und bei Rot dringender Handlungsbedarf angemahnt.

Kleinlein zufolge hakte es bei der Analyse an allen Ecken und Enden. So hätten lediglich 17 Unternehmen einen “umfassenden, verständlichen und nachvollziehbaren Solvenzbericht” vorgelegt. Und nur 16 Unternehmen hätten eine Solvenzquote ausweisen können, die man als angemessen hätte einstufen können. “23 Versicherer zeigen eine Solvenzquote von unter 100 und bräuchten mehr Eigenkapital, um ohne Übergangsmaßnahmen das Geschäft betreiben zu können”, erläuterte der BdV-Chef. Zudem hätten 40 Unternehmen (ohne Run-Off-Versicherer) Probleme, eine aus Verbrauchersicht akzeptable Gewinnerwartung auszuweisen. 13 Unternehmen erwarteten sogar rückläufige Gewinne und 27 Unternehmen seien zu stark gewinnorientiert.

Debeka Leben trägt die rote Laterne

Nach Einschätzung des BdV steht die Debeka Lebensversicherung a.G. mit ihrem Solvenzbericht als “Negativbeispiel für Intransparenz” ganz am Ende der Auswertungen. Kleinlein zufolge sind die Risiken lediglich grob umschrieben und “lassen jegliche Details vermissen”. Und ohne den Einsatz von problematischen Nachrangdarlehen läge die reine Insolvenzquote (ohne Übergangsmaßnahmen) bei lediglich 61 Prozent.

“Die Versicherer Volkswohl Bund, LV 1871, Continentale, VPV und Debeka erhöhten ihre Solvenzquoten, indem sie sich offenbar untereinander mit Nachrangdarlehen ausstatten”, erläuterten Kleinlein und Zielke. Die vier transparentesten Solvency-II-Berichte wurden nach den Angaben von der Alten Leipziger, Öffentliche Berlin Brandenburg, WGV und Universa erstellt. BdV und Zielke machen ihre Befunde öffentlich zugänglich. Kleinlein hofft, dass die Unternehmen aus der Kritik lernen werden. “Ich gehe davon aus, dass im nächsten Jahr es bei der Transparenz bessern wird.” (brs)

Bildquelle: Helene Souza / PIXELIO (www.pixelio.de)

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