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Azubis fehlen häufiger als andere Arbeitnehmer

29.06.2017 – Jugend_Klaus-Uwe Gerhardt_pixelioIn Deutschland fehlen Auszubildende im Durchschnitt häufiger als sonstige Arbeitnehmer. Laut Gesundheitsreprt 2017 der Techniker Krankenkasse sind Azubis mit 11,5 Fehltagen im Jahr etwa 3,3 Tage weniger krank geschrieben als der Durchschnitt. Dafür fehlen sie laut Untersuchung umso häufiger: Von 100 Azubis kommen pro Jahr 201 gelbe Scheine. Der Durchschnitt liege bei nur 122 Krankschreibungen.

So hat die Techniker Krankenkasse im vergangenen Jahr bei ihren Mitgliedern insgesamt 5,77 Millionen Arbeitsunfähigkeitsfälle und 75 Millionen Fehltage registriert. Die krankheitsbedingten Fehlzeiten je Erwerbsperson seien damit im Jahr 2016 im Vergleich zu 2015 leicht gesunken. Demnach lag der Krankenstand in 2016 bei 4,18 Prozent (2015: 4,23 Prozent). Die durchschnittlich gemeldeten erkrankungsbedingten Fehlzeit lagen 15,2 Tagen je Erwerbsperson, was altersbereinigt einem Rückgang von 0,19 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Die häufigsten Krankheitsursachen waren demnach psychische Störungen, Atemwegserkrankungen, Krankheiten des Bewegungsapparats sowie Verletzungen.

Besorgniserregend aus Sicht der Techniker ist hingegen der deutliche Anstieg der gemeldeten Fehlzeiten von Azubis mit Diagnosen von psychischen Störungen. Während 20006 je Auszubildendem erst rund 0,64 AU-Tage wegen psychischer Störungen erfasst wurden, liegt der Wert nach einem Anstieg um 108 Prozent seit dem Jahr 2000 mit 1,33 AU-Tagen je Versicherungsjahr im Jahr 2016 deutlich höher.

Zudem gebe es laut TK-Gesundheitsreport erhebliche regionale Unterschiede. Demnach liegen die Fehlzeiten in allen neuen Bundesländern im Schnitt höher als in den alten Ländern. So war die Quote 2016 in Baden-Württemberg mit 9,6 Fehltagen am geringesten, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (10,7), Hamburg (11,1), Bayern (11,2) und Bremen (11,6). In Sachsen-Anhalt lag sie mit 16,8 Fehltagen am höchsten, gefolgt von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern (16,0), Brandenburg (15,0) und Berlin (14,0). In Thüringen hatten die Azubis im vergangenen Jahr mit 12,7 Fehltagen die mit Abstand niedrigste Quote im Osten.

“In vielen Bereichen – bei Diagnosen, Klinikaufenthalten, Arzneimittelverordnungen und den Krankschreibungen – sehen wir eine deutliche Zunahme psychischer Beschwerden. Die Ursachen sind vielfältig: Diagnosen werden heute besser gestellt, es gibt eine bessere medizinische Versorgung, aber unser Lebensstil, wie wir arbeiten, wie wir mit Stress umgehen und wie und ob wir für Ausgleich”, kommentiert Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK.

“Zu den hohen Fehlzeiten kommt ein hohes Arzneimittelvolumen. Das erklärt sich zum Teil natürlich auch daraus, dass wir bei jungen Frauen bis 20 die Kosten für die Pille übernehmen. Auffallend hoch sind aber auch das Antibiotika- sowie das Psychopharmakavolumen. Im Schnitt bekommt jede(r) Auszubildende Psychoanaleptika, in erster Linie Antidepressiva und Stimulanzien wie Ritalin, für eine Woche”, ergänzt der Krankenkassen-Chef.

Einen Grund für den hohen Stresslevel unter Azubis sehen die Experten zudem im Medienkonsum. “Viele verbringen ihren Feierabend gern mit digitalen Medien. Das allein muss nicht per se schädlich sein. Aber der Versuch, sie gleichzeitig oder wechselweise zu nutzen und so ständig abgelenkt und unterbrochen zu sein, kostet das Gehirn Kraft und geht auf Kosten der Regeneration”, betont Neurologe Dr. Volker Busch. (vwh/td)

Link: TK-Gesundheitsreport 2017 (PDF)

Bildquelle: Klaus-Uwe Gerhardt / PIXELIO (www.pixelio.de)

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