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Auf dem Friedhof überfahren – Versicherung zahlt nicht

29.11.2017 – Friedhof_Bernd Kasper_pixelio.de.Ein 90-jähriger Mann wird auf dem Friedhof überfahren. Der Gutachter bewertet den Unfalls als “örtlich und zeitlich vermeidbar”. Die Versicherung des Fahrers lehnt eine Zahlung indes ab, da dem Opfer bei Erkennen der Situation das “Stehenbleiben möglich gewesen wäre”. Was wie Realsatire klingt, hat sich in Österreich tatsächlich zugetragen.

Der rüstige Rentner besuchte jeden Tag das Grab seiner Lebensgefährtin, dafür musste er den Parkplatz der Ruhestätte passieren, was ihm laut Kurier.at zum Verhängnis wurde. Ein Mann parkte mit seinem Auto aus, übersah den 90-jährigen und überfuhr ihn. Die Verletzungen waren so schwerwiegend, dass der Mann sie nicht überstehen konnte.

In dem folgenden Prozess kam der Gutachter zu dem Schluss, dass der Unfall für den Lenker “örtlich und zeitlich vermeidbar gewesen wäre”, ein Blick in den Rückspiegel hätte ausgereicht, um die Kollision zu verhindern.

Normalerweise ist das ein klassisches Beispiel für einen Fall, in dem der Haftpflichtversicherer des Fahrzeughalters die Erstattung übernimmt. Dass bereits seit über einem Jahr über die Bestattungskosten und Trauerschmerzensgeld prozessiert wird, zeigt, dass der Haftpflichtversicherer dazu nicht gewillt ist.

Die Kärntner Landesversicherung verweigert die Zahlung und verweist auf einen Passus im Gutachten. In dem heißt es, dass es dem 90-jährigen möglich gewesen wäre, bei “Erkennen der Anfahrtsbewegung stehen zu bleiben”, wodurch der “weitere Bewegungsablauf” unterbrochen worden wäre.

Der Enkel des Toten wird mit den Worten zitiert: “Die Versicherung sagt, wir sollen halt klagen.” (vwh/mv)

Bild: Friedhof (Quelle: Bernd Kasper / www.pixelio.de / PIXELIO)

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