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Atradius sieht USA als Risikofaktor

11.01.2017 – usa_flagge_w.r.wagner_pixelio.deDer Kreditversicherer Atradius sieht in einem möglicherweise expansiven wirtschaftspolitischen Kurs der neuen US-Administrationen einen Risikofaktor für die Weltwirtschaft. Dieser werde vor allem für Länder wie die Türkei, Südafrika und Argentinien nicht ohne Folgen bleiben, befürchten die Experten. Vor allem für das Land am Bosporus hat sich mit der US-Wahl auch das Währungsrisiko für die türkische Wirtschaft deutlich erhöht.

“In der Türkei beobachten wir die Lage intensiv, um unsere Kunden vor risikoreichen Geschäften zu schützen und das Lieferantenrisiko zu verringern. Das gilt auch im Hinblick auf zahlreiche Abnehmer, die im Visier der Ermittlungsbehörden stehen und daher mit der Beschlagnahmung von Unternehmenswerten rechnen müssen”, kommentiert Andreas Tesch, Chief Market Officer von Atradius. Zudem befürchtet der Kreditversicherer, dass auch mexikanische Unternehmen infolge einer protektionistischen Politik in den USA in diesem Jahr zusätzlich unter Druck geraten könnten. Hintergrund sei der Umstand, dass das lateinamerikanische Land mit einem Exportanteil von 80 Prozent besonders stark vom Handel mit seinem nördlichen Nachbarn abhänge.

Durchaus vielversprechende Aussichten sieht Atradius hingegen in anderen Schwellenmärkten. Demnach könnten ausländische Unternehmen im südostasiatischen Tigerstaat Indonesien vor allem von Großprojekten wie Häfen, Flughäfen, Straßen und Brücken profitieren, welche die Regierung vor allem in der Hauptstadt Jakarta sowie mehreren Provinzen forcieren wolle. Zudem sollen über ein bis März 2017 laufendes Steueramnestieprogramm nicht deklarierte Vermögen ins Land zurückgeführt werden, wodurch das Zahlungsverhalten der indonesischen Bauindustrie stabil bleiben dürfte.

Daneben geht der Kreditversicherer davon aus, dass in Indien vor allem chemische Produkte in diesem Jahr besonders nachgefragt werden. So habe sich der Import von Chemikalien allein zwischen 2013 und 2015 von zehn auf auf 19 Mrd. US-Dollar nahezu verdoppelt. Dabei werde der Bedarf vor dem Hintergrund der wachsenden Industrie auch längerfristig hoch bleiben, prognostiziert Atradius. Gleichzeitig versprechen auch Verbrauchsgüter und Elektronikartikel dank des starken Privatkonsums der indischen Bevölkerung gute Aussichten, so die Atradius-Experten.

“Damit einhergehend verbessert sich der Insolvenzausblick für das Land, nach 2016 rechnet Atradius auch 2017 mit einem Rückgang der Firmeninsolvenzen. In Sachen Zahlungsmoral ist Indien nichtsdestotrotz Schlusslicht in Asien, laut jüngstem Zahlungsmoralbarometer warteten Unternehmen bei Firmengeschäften zuletzt durchschnittlich 48 Tage auf ihr Geld – so lange wie nirgendwo anders in der Region”, konstatiert Tesch.

Dennoch: “Der internationale Handel wird 2017 wieder nur verhalten zulegen. Für zahlreiche Emerging Markets ergeben sich zusätzliche Unsicherheiten durch den nach wie vor unklaren Kurs der neuen US-Regierung in der Fiskal- und Außenhandelspolitik”, befürchtet der Atradius-Ökonom. “Große Impulse für exportierende Schwellenländer – insbesondere solche, die auf Rohstoffe fokussiert sind – sind nicht zu erwarten. Das wird sich auch auf die Zahlungsmoral vor Ort auswirken. Deshalb bieten in diesem Jahr vor allem Volkswirtschaften mit wachsenden, jungen Mittelschichten, die den Privatkonsum stützen, den Import beleben und Investitionen lohnenswert machen, hervorragende Perspektiven”, ergänzt Tesch. (vwh/td)

Bildquelle: W.R. Wagner / pixelio.de

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