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Anhörung: Auch Restkreditversicherung auf dem Prüfstand

31.05.2017 – Geld by_Q.pictures_pixelio.deHeute findet eine öffentliche Expertenanhörung des Wirtschaftsausschusses zum deutschen IDD-Umsetzungsgesetz statt, die Abgeordneten nehmen den letzten Feinschliff in Sachen Provisionsabgabeverbot vor. Auch über eine Reform der von Verbraucherzentralen viel kritisierten Restschuldversicherung wird diskutiert. Einer der führenden Anbieter dieser Police, BNP Paribas Cardif Deutschland, hält mögliche Verbote für “nicht sinnvoll”.

Von 2010 bis 2015 wurden in Deutschland insgesamt 44,8 Millionen Konsumentenkredite neu abgeschlossen. Davon waren rund ein Viertel über eine Restkreditversicherung abgesichert. Doch Verbraucherzentralen monieren, dass es zunehmend Fälle gebe, in denen Banken Verbrauchern teure Restschuldversicherungen verkauften, obwohl der Versicherungsschutz nicht in dem Umfang oder gar nicht benötigt werde.

Zurzeit berate der Bundestag über den Entwurf des Gesetzes zur Umsetzung der europäischen Richtlinie für den Versicherungsvertrieb (IDD). “Im Rahmen der parlamentarischen Beratungen werden auch Verbesserungen bei Restschuldversicherungen diskutiert”, wird Ulrich Kelber, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, in der FAZ zitiert. Laut der Zeitung werden drei mögliche Reformvorschläge diskutiert: Erstens könnte es neue Regeln für die Beratung geben. Die Banken könnten beispielsweise vom Gesetzgeber verpflichtet werden, ihre Kunden ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass der Abschluss einer Restschuldversicherung freiwillig ist.

Das sei allerdings auch jetzt bereits der Fall, betont Peter Becker, Leiter Unternehmenskommunikation BNP Paribas Cardif Deutschland. “Dass der überwiegende Teil der Verbraucher sich ausreichend beraten fühlt, zeigt nicht zuletzt die vor kurzem veröffentlichte Studie der Handelshochschule Leipzig zum Thema Restkreditversicherungen. Wenn fast zwei Drittel der Befragten sagen, dass Sie vor Abschluss umfassend durch die Bank beraten wurden und 84 Prozent der Leistungssteller der Aussage zustimmen, dass die Leistungsbearbeitung zügig und kompetent erfolgte, sendet dies ein positives Signal”, erklärt Becker gegenüber VWheute.

Als zweites Szenario ist eine transparente Kostenauflistung im Gespräch. Auch hier argumentiert der Anbieter, “dass der Gesamtbeitrag für die Versicherung bei Abschluss separat ausgewiesen wird.” Zu schärferen Instrumenten wie Verboten will die Bundesregierung eigentlich nicht greifen. BNP Paribas Cardif Deutschland hält solche Verbote für wenig sinnvoll. Auch der Bankenfachverband hält die aktuelle Regelung für ausreichend. “Der Vertrieb von Restkreditversicherungen in Deutschland verläuft in geordneten Bahnen und steht in Einklang mit Recht und Gesetz”, sagt Peter Wacket, Geschäftsführer des Bankenfachverbandes. (vwh/dg)

Bildquelle: Q.Pictures / PIXELIO / www.pixelio.de

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