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Allianz sieht steigende Zinsen gelassen

27.04.2017 – Zins_by_Thorben Wengert_pixelioHeute entscheidet die Europäische Zentralbank (EZB) turnusgemäß über den weiteren geldpolitischen Kurs und den Leitzins in der Eurozone. Beobachter gehen davon aus, dass EZB-Präsident Mario Draghi noch weiter die Füße still halten und ein baldiges Ende der expansiven Geldpolitik weit von sich weisen dürfte. Hauptargument wäre nach Ansicht von Franck Dixmier, Global Head of Fixed Income bei Allianz Global Investors, die schwache Inflationsentwicklung.

Dennoch sehen die Ökonomen der Allianz SE und des Kreditversicherers Euler Hermes auch in steigenden Zinsen keine Gefahr für den Privatsektor in der Eurozone. So würden die jährlichen Zinszahlungen nach den Berechnungen des Versicherers bis 2022 um 160 Mrd. Euro steigen. Demgegenüber stünde hingegen eine Entlastung von fast 300 Mrd. Euro in den Jahren der extrem niedrigen Zinsen.

So habe der Privatsektor im Unterschied im Unterschied zu den Staaten die zurückliegenden Jahre genutzt, seine Schuldenlast zu reduzieren. Gemessen an der Wirtschaftsleistung seien die privaten Schulden im Euroraum seit ihren Höhepunkt im Jahr 2009 um 16 Prozentpunkte zurückgegangen. Die Schuldendienstquote sank zudem laut Allianz um 3,4 Prozentpunkte auf nur noch 3,0 Prozent zurück.

“Alles in allem war die EZB eine große Stütze für die privaten Schuldner”, glaubt Kathrin Brandmeir, Ökonomin der Allianz SE und Ko-Autorin der Studie. “Am stärksten profitierten dabei die privaten Schuldner in den Krisenländern, neben Irland, vor allem in Spanien und Portugal, wo die Schuldendienstquote um rund sieben Prozentpunkte fiel. In den Euro-Kernländern, in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Belgien, waren die Zinserleichterungen dagegen nicht so ausgeprägt, mit im Schnitt 2,3 Prozentpunkte aber immer noch substantiell.”

“Die Tage der extremen Niedrigzinsen sind gezählt”, ergänzt Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz SE. “Im Markt nehmen daher die Befürchtungen zu, dass der Ausstieg aus den Nullzinsen zum Kollaps der Wirtschaft führen könnte – die auf Schulden gebaut und deren Akteure mittlerweile abhängig von der ‘Droge’ des billigen Geld seien. Aber diese Befürchtungen sind übertrieben, wie unsere Studie klar zeigt: Insgesamt bleibt die zusätzliche Zinslast für den Privatsektor in der Eurozone tragbar. Sie ist in jedem Fall keine Entschuldigung dafür, mit dem Gelddrucken immer weiter fortzufahren. Von dieser Seite her steht einer Rückkehr zur geldpolitischen Normalität nichts im Wege”, konstatiert der Ökonom. (vwh/td)

Bildquelle: Thorben Wengert / PIXELIO (www.pixelio.de)

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