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Allianz-Chefökonom kritisiert EZB-Beschluss

30.10.2017 – heise_michaelDer erste, wenn auch zögerliche Schritt der Europäischen Zentralbank (EZB) weg von ihrer lockeren Geldpolitik steht in Kritik der Versicherer. Zwar begrüßt Michael Heise, Allianz, dass die EZB ihren Anleihenhunger mit 30 Mrd. Euro ab Januar 2018 halbiert, doch steht der Chefökonom quer mit den Währungshütern. Laurent Clavel, Makro-Chefanalyst bei Axa IM, wagt hingegen schon eine Prognose auf Basis der neuen Lage.

“Der Beschluss der Europäischen Zentralbank, das Anleihekauf-programm über das Jahresende 2017 hinaus bis weit in das Jahr 2018 hinein zu verlängern, sehen wir kritisch”, schreibt Michael Heise in einer Stellungnahme zur jüngsten EZB-Ratssitzung. Dem Markt die Staatsanleihen ab 2018 monatlich nur noch in Höhe von 30 statt wie bisher in 60 Mrd. Euro zu entziehen, gehe in die “richtige Richtung”. Den angekündigten Anleihenankauf über weitere neun Monate bezeichnet Heise jedoch als “viel zu expansiv”.

Die Inflation, der heilige Gral der EZB, werde unabhängig von den geldpolitischen Maßnahmen ohnehin größer. Die gute Konjunktur und die sinkende Arbeitslosigkeit trieben, so die Prognose von Heises Team, die Lohnstückkosten von derzeit einem auf zwei Prozent. Dies erzeuge schließlich einen Inflationsdruck.

Zweifel an der Zinswende

Durch die erneute Verlängerung des Ankaufprogramms werde das aktuelle Zinstief fortgeschrieben. “Jedenfalls betont die EZB bisher, dass die Leitzinsen weit über den Zeithorizont des Nettoerwerbs von Vermögenswerten hinaus auf ihrem aktuellen Niveau bleiben werden. Auch dies sehen wir kritisch”, schreibt Heise.

Laurant Clavel von der AXA Investment Managers (IM) erwartet hingegen, dass die Notenbänker nach September 2018 weiter und langsam aus der lockeren Geldpolitik schleichen werden. Mit einer ersten “Normalisierung” des Zinssatzes rechnet der französische Makroökonom jedoch nicht vor Mitte 2019. (vwh/de)

Bild: Michael Heise, Chefökonom der Allianz (Quelle: Allianz)

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