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Affenzirkus kommt Volkswagen teuer zu stehen

30.01.2018 – Affe by_Sascha Priesemann_pixelio.deEin von Volkswagen, Daimler und BMW gegründetes Forschungsinstitut hat Abgasetests an Affen und Menschen durchgeführt. Die Politik ist empört, dabei sind die Versuche dem Untersuchungsausschuss zur Dieselaffäre seit eineinhalb Jahren bekannt. Für Volkswagen indes ist es nicht nur katastrophal für das Image, sondern erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Konzern in den USA noch deutlich mehr Schadenersatz zahlen muss.

Nach Betrug und Manipulation nun also auch noch Versuche mit Tieren und Menschen. Dabei versucht Volkswagen alles, um die Dieselaffäre hinter sich zu bringen. In den USA hatte der Konzern einen Vergleich mit den Behörden ausgehandelt und umgerechnet 4,1 Mrd. Euro an Bußgeldern und Strafe gezahlt. Das Unternehmen bekannte sich der Verschwörung und der Behinderung der US-Justiz schuldig. Viele VW-Kunden in den USA wollen sich jedoch nicht auf den Sammelklagen-Vergleich einlassen. Ab dem 26. Februar soll erstmals vor einer Geschworenenjury über Ansprüche eines VW-Kunden verhandelt werden.

Die neuen Enthüllungen liefern neue Munition für die Kläger. Nicht nur Affen, sondern auch Menschen wurden laut Zeitungsberichten bei Abgasversuchen dem Reizgas Stickstoffdioxid (NO2) ausgesetzt. Stickstoffdioxid (NO2) ist der Schadstoff, dessen Messwerte von VW in den USA jahrelang manipuliert worden waren, um die gesetzlichen Grenzwerte für Dieselfahrzeuge offiziell einzuhalten. Hinter den Tests soll die “Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor” (EUGT) stehen. Sie war 2007 von den Konzernen Daimler, VW, BMW und dem Autozulieferer Bosch gegründet worden.

Experten vermuten, dass die Studie in Auftrag gegeben wurde, weil die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihrerseits eine Studie veröffentlichte, die belegt, dass Dieselabgase krebserregend seien. Die Autobauer wollten das Gegenteil beweisen. Für Testversuche mit Affen hat sich Volkswagen bereits entschuldigt. Laut Welt hat der Konzern bei US-Gerichten beantragt, dass die Test-Studien im Verfahren um Schadenersatzansprüche keine Rolle spielen dürften.

Die Bundesregierung hat die Abgasversuche der Autolobby scharf verurteilt. Jedoch wussten die Mitglieder des U-Ausschusses zum VW-Abgasskandal seit eineinhalb Jahren Bescheid, wie aus Protokollen des Ausschusses hervorgeht. Schon auf dessen Sitzung am 8. September 2016 berichtete der bekannten Toxikologe Helmut Greim mehrfach davon, dass es entsprechende Tests gegeben habe. Keiner der Politiker soll zum Thema Tierversuche eine Nachfrage gestellt haben. (vwh/dg)

Bildquelle: Sascha Priesemann  / PIXELIO / www.pixelio.de

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