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Ade Kfz-Sachverständiger: Computer übernimmt Regulierung

08.01.2018 – Auto dgDas britische Unternehmen Tractable könnte den Sachverständigen überflüssig gemacht haben. Das Start-up hat eine selbstlernende Software entwickelt, die alle Autoschäden analysieren kann. Die Geschädigten senden die Fotos an den Versicherer, den Rest übernimmt die Software.

Innerhalb von 30 Sekunden ermittelt das Programm den Schaden, unabhängig davon, ob der Fotograf sein Handwerk versteht. Die anhand von Millionen Bildern angelernte Software stellt an Aufnahmeperspektive und Lichtverhältnissen keine Ansprüche. Die schnelle Abwicklung von Schäden wird in der Versicherungswirtschaft immer wichtiger. So bieten mittlerweile fast alle Versicherer, beispielsweise die Generali, eine schnelle Abwicklung von KFZ-Schäden per-App.

Die Zukunft ist längst da

Der Gedanke hinter der Software von Tractable und generell der Schadenregulierung per Software ist einfach: Wenn ein Gutachter per Blick auf Schadenbilder eine Entscheidung treffen kann, ist eine trainierte Software dazu auch in der Lage.

Wenn sich die Software behauptet, könnte das nicht nur für die Sachverständigen schwierig werden, sondern auch für die Mitarbeiter in der Schadenregulierung. Der Kunde meldet einen Schaden, mit Smart Contracts wird der Versicherung auf Gültigkeit geprüft, die Schadenabwicklung und Auszahlung erfolgt automatisch. Gut für den Kunden, schlecht für die bisher am Prozess beteiligten Mitarbeiter und Gutachter.

Jobst Landgrebe, Geschäftsführender Gesellschafter der Cognotekt GmbH, prophezeite bereits im Oktober, das Künstliche Intelligenz in den nächsten 20 Jahren bis zu 360 Millionen klassische Arbeitsplätze in den Bereichen komplexer manueller und einfacher geistiger Tätigkeiten wegrationalisieren wird. Dazu zählt auch der Bereich Schadenregulierung: “Die KI eignet sich, um repetitive Prozesse zu automatisieren, die nach einer komplexen Gesetzmäßigkeit ablaufen – wie die Schadenregulierung in der Versicherungswirtschaft“, erklärt Landgrebe.

Billiger = besser?

Den Kunden interessieren die internen Abläufe bei seinem Versicherer eher wenig, für ihn sind Beitrag und Service wichtig. Gerade letztgenannter stand zuletzt in der Kritik. Makler kritisierten die Regulierung der Versicherer und auch eine Forsa-Umfrage bestätigt Probleme in diesem Bereich.

Ob die neue Software wirklich eine bessere und schnellere Regulierung ermöglicht, ist in der Branche umstritten. Axa-Vorstand Frank Hüppelshäuser erklärte gegenüber VWheute, dass bei der Regulierung auch die “Empathie des Mitarbeiters” wichtig sei.

Aber Empathie kostet eben Geld. (vwh/mv)

Bildquelle: dg

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