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1. FC Köln erhält Schadenersatz von Böllerwerfer

10.03.2017 – Fussball Fans by_Hans-Peter Reichartz_pixelio.dePyrotechnik ist in deutschen Fußballstadien eigentlich verboten. Im Schadensfall können Zuschauer, welche mit entsprechenden Gerätschaften hantieren, jedoch zur Verantwortung gezogen. So muss ein Stadionbesucher, der bei einem Heimspiel des 1. FC Köln gegen den SC Paderborn einen Feuerwerkskörper zündete, dem Verein einen Schadenersatz über 20.340 Euro nebst Zinsen zahlen. Dies hat das Oberlandesgericht Köln entschieden.

Juristischer Hintergrund des Urteils eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom 22. September 2016 (Az.: VII ZR 14/16), wonach ein Bundesligaverein Schadenersatz für eine Verbandsstrafe des DFB von einem böllerwerfenden Fan kann. Der BGH hatte den Rechtsstreit dann an das Oberlandesgericht Köln zurückverwiesen, um die konkrete Schadenhöhe zu bestimmen.

Im vorliegenden Fall war der Kölner Bundesligist nicht nur wegen des Böllerwurfes, sondern auch wegen drei weiterer Vorfälle, an denen der Fan nicht beteiligt war, mit einer Strafe belegt worden. Demnach waren gegen den 1. FC Köln vier Einzelgeldstrafen in Höhe von zweimal 20.000 Euro, einmal 38.000 Euro und – betreffend den Beklagten – einmal 40.000 Euro verhängt worden. Als Gesamtstrafe hatte der DFB, wie üblich in solchen Fällen, nicht die Summe der Einzelstrafen in Höhe von 118.000 Euro, sondern unter Gewährung eines Strafrabatts einen Gesamtbetrag von 80.000 Euro bestimmt.

Nun hatte der 7. Zivilsenat entschieden, dass der Beklagte den prozentualen Anteil bezahlen muss, der sich auf die Summe der Einzelstrafen beziehe. Dabei kamen die Richter zu folgender Berechnungsformel 40.000 Euro : 118.000 Euro x 60.000 Euro = 20.340 Euro. Die Argumentation des 1. FC Köln, wonach der Anteil im Verhältnis zur Gesamtstrafe in Höhe von 80.000 Euro zu bemessen sei, hatte die zuständigen Richter hingegen nicht überzeugt. Allerdings hat das OLG eine Revision zugelassen.

Der Verein selbst konnte sich der Argumentation der zuständigen Richter jedoch nicht anschließen. “Wir teilen in diesem Teilaspekt die Auffassung des Gerichts nicht”, sagt FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle. “Insgesamt sind wir jedoch froh, dass unsere Rechtsposition bestätigt ist und das OLG in der offenen Frage der Schadensberechnung auf unsere Anregung hin die Revision beim BGH zugelassen hat. Diese Möglichkeit werden wir wahrnehmen. So kann diese für die Regresspraxis bedeutende Frage höchstrichterlich entschieden und auch in diesem Bereich für uns und die anderen Clubs die erforderliche Rechtssicherheit herbeigeführt werden”, kommentiert der Vereinsvertreter. (vwh/td)

Bildquelle: Hans-Peter Reichartz / pixelio.de

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