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Zu viele Tote auf Karlsruhes Schienen

29.09.2016 – Strassenbahn Marcel Ivan Behrends Behrends pixelioIn Karlsruhe ist es am wahrscheinlichsten, in einen Unfall mit einer Straßenbahn verwickelt und dabei schwer verletzt oder getötet zu werden. Das hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) in einer Studie festgestellt. Im Untersuchungszeitraum gab es in Karlsruhe 62 Unfälle mit Schwerverletzten und Getöteten. Die UDV analysierte etwa 4.100 Straßenbahnunfälle aus 58 deutschen Städten im Zeitraum 2009 bis 2011.

Ziel des Forschungsvorhabens war es herauszufinden, wie, wo und wann die verschiedenen Verkehrsteilnehmer in Unfälle mit Straßenbahnen verwickelt sind, welche Folgen diese Unfälle haben und welche Maßnahmen dagegen helfen können. Etwa drei Viertel der getöteten Verkehrsteilnehmer bei Unfällen mit Straßenbahnen sind demnach Fußgänger, rund 16 Prozent Radfahrer. Fußgänger stellen mit 37 Prozent den weitaus größten Anteil der Schwerverletzten dar, gefolgt von Insassen in Pkw (28 Prozent) sowie Radfahrern (15 Prozent). Die meisten Straßenbahnunfälle, bei denen Menschen verletzt werden, ereignen sich an Kreuzungen oder in deren direktem Umfeld (86 Prozent). Bei der durchgeführten Analyse der Straßenbahnnetze zeigten sich mehrspurige Straßen mit separatem Gleis in Mittellage deutlich unsicherer als Straßen mit den Gleisen an der Seite.

Aus der Studie leitet die UDV die Empfehlungen ab, Kreuzungen und Einmündungen hinsichtlich der Verkehrssicherheit sehr sorgfältig zu planen. An Kreuzungen müsse es für Autofahrer, Fahrradfahrer und Fußgänger klare und sichere Abbiege- und Überquerungsmöglichkeiten geben. Hilfreich seien auch gesonderte Ampelphasen für Straßenbahnen. Welche Sicherheitsmaßnahmen erfolgversprechend sind, wird derzeit in einem Forschungsprojekt der Bundesanstalt für Straßenwesen untersucht.

Hinter Karlsruhe rangieren Freiburg und Köln auf den traurigen Plätzen zwei und drei der “gefährlichsten” Städte Deutschlands. Chemnitz, Magdeburg und Nürnberg folgen. (vwh/jh)

Bildquelle: Marcel Ivan Behrends / pixelio.de

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