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Zinstief trifft deutsche Versicherer hart

16.12.2016 – Eiopa_EiopaDie aktuell niedrigen Zinsen reißen tiefe Löcher in die Bilanzen von Europas Lebensversicherern. Besonders hart trifft es dabei die deutschen Assekuranzen. Dies geht aus dem neuen Stresstest der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa hervor, der am gestrigen Donnerstag vorgestellt wurde. Bleibe es beim derzeitigen Zinstief, müssten sich die 236 untersuchten Versicherer laut Eiopa auf Belastung von insgesamt 100 Mrd. Euro einstellen.

Allein auf die deutschen Lebensversicherer kommen dabei nach Angaben der europäischen Versicherungsaufsicht etwa 27,9 Mrd- Euro zu, weil die Vermögenswerte langsamer wachsen als die Verbindlichkeiten gegenüber den Versicherten. Im Stresstest der europäischen Versicherungsaufseher wurden insgesamt zwei Testszenarien zugrunde gelegt. Die Ergebnisse wurden anonymisiert veröffentlicht.

Im “double hit”-Szenario wurden die Folgen einer deutlichen Absenkung der risikofreien Zinskurve bei einem gleichzeitigen Wertverlust aller Kapitalanlagen getestet. Neben Immobilien, Aktien und sonstigen Kapitalanlagen sind insbesondere Staats- und Unternehmensanleihen von dem Wertverlust betroffen, konstatiert der Branchenverband GDV.

Die Eiopa geht in diesem Szenario von einer negativen Auswirkung auf die Unternehmensbilanzen von knapp 160 Mrd. Euro aus, was einem Rückgang von 28,9 Prozent des Gesamtüberschusses der Vermögenswerte über Verbindlichkeiten entspreche. Im “low for long”-Szenario wurde eine “säkulare Stagnation” in der Eurozone, d.h. ein Null-Wirtschaftswachstum für die nächsten 100 Jahre unterstellt.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherer sieht die Ergebnisse des Stresstestes hingegen kritisch. “Die Ergebnisse des Eiopa-Stresstests sind vor dem Hintergrund der herausfordernden Zinssituation und der extremen Testszenarien nicht überraschend. Gleichzeitig ist die Aussagekraft der Tests gering, da die Szenarien auf sehr unwahrscheinlichen Annahmen beruhen. Wesentlich wichtiger für die Beurteilung der Branchenlage sind die Solvenzquoten unter Solvency II, die sich seit Inkrafttreten des Regelwerks zu Jahresanfang erfreulich stabil gezeigt haben”, erklärt Axel Wehling, Mitglied der GDV-Geschäftsführung. (vwh/td)

Bildquelle: Eiopa

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