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Zahl der Verkehrstoten steigt in Deutschland erneut

24.08.2015 – siegfried_brockmann_gdvIn Deutschland ist die Zahl der Verkehrstoten erneut gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte, starben vorläufigen Ergebnissen zufolge im ersten Halbjahr dieses Jahres 1.593 Menschen bei Verkehrsunfällen. Dies waren 22 (+1,4 Prozent) mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Verletzten ging hingegen um 2,7 Prozent auf etwa 180.900 zurück.

Die meisten Verkehrstoten gab es laut Statistischem Bundesamt in Sachsen-Anhalt mit 33 Toten je eine Million Einwohner, gefolgt von Niedersachsen mit 29 Toten und Thüringen mit 28. Deutlich unter dem Durchschnitt lagen aufgrund ihrer Siedlungsstruktur die Werte der Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg. Ebenfalls niedrig war das Risiko in Nordrhein-Westfalen mit 14 und in Schleswig-Holstein sowie im Saarland mit jeweils 18 Verkehrstoten pro eine Million Einwohner.

Insgesamt verzeichneten die Statistiker im ersten Halbjahr 2015 weniger Unfälle als im Vorjahreszeitraum. Mit insgesamt 1,16 Mio. die Zahl der Verkehrsunfälle im Vergleich um 0,8 Prozent zurück. Bei 1,02 Mio. Unfällen gab es ausschließlich Sachschaden (– 0,5 Prozent). Bei 140.800 Unfällen (– 2,7 Prozent) kamen Personen zu Schaden, so das Statistische Bundesamt weiter.

Bereits 2014 war die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland seit langem wieder gestiegen. Daher will Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforscher der Versicherer, nicht von einer Trendwende sprechen. Allerdings sei das Ziel der Bundesregierung, die Zahl der Verkehrstoten von 2011 bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren, in Gefahr: “Wenn das so weitergeht, ist das Ziel voraussichtlich nicht zu erreichen. 2011 waren noch 4.009 Menschen auf den Straßen getötet worden”, betont Brockmann gegenüber dem Nachrichtenmagazin Spiegel Online.

Vor allem in den Städten sieht der Experte noch Verbesserungsbedarf. So müsse es vor allem alten Menschen leichter gemacht werden, über die Straße zu gehen – beispielsweise mit Ampel-Übergängen vor Ärztezentren oder Parks. Inwieweit sich die Ablenkung von Smartphones auf die Unfallursachen auswirkt, sei bislang noch nicht wissenschaftlich geklärt, ergänzt Brockmann. (vwh/td)

Link: Statistisches Bundesamt: Verkehrsunfälle 2011 bis 2014

Bild: Siegfried Brockmann ist Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV). (Quelle: GDV)

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