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Zahl der Pflegebedürftigen steigt stärker als erwartet

18.11.2015 – alte-frau-pflegeIn Deutschland wird die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2060 stärker steigen als bislang angenommen. So geht die Barmer GEK in ihrem jüngsten Pflegereport davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt geschätzt 4,52 Millionen Menschen pflegebedürftig sein werden. Dies sind etwa 221.000 mehr als in den bisherigen Prognosen angenommen. Den größten Anteil werden laut Report die Männer mit 176.000 Pflegebedürftigen stellen.

Ein weiteres Ergebnis: der Anteil hochbetagter Pflegebedürftiger werde in den kommenden Jahren drastisch wachsen. So werden 60 Prozent der pflegebedürftigen Männer und 70 Prozent der pflegebedürftigen Frauen im Jahr 2060 mindestens 85 Jahre alt sein. Heute liegt der Anteil bei 30 beziehungsweise 50 Prozent. “Aufgrund der drastischen Alterung der Pflegebedürftigen und ihrer steigenden Zahl sind weitere Pflegereformen vorprogrammiert”, sagt Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK.

Gleichzeitig wies der Barmer-Chef auf die zunehmende Belastung der Familien von Pflegebedürftigen durch die Pflege hin. Demnach sank der Anteil vollstationärer Pflege laut Barmer von 31,8 Prozent im Jahre 2005 auf 29,1 Prozent im Jahre 2013. Gleichzeitig müssten Männer wie Frauen häufiger mit Pflege rechnen. Waren 2013 noch drei Viertel der Frauen und 57 Prozent der Männer pflegebedürftig, werde sich die Dauer der Pflege laut Report in den kommenden Jahren noch ausweiten.

Der Pflegereport konstatiert zudem, dass die Kapazitäten in der ambulanten und stationären Pflege schneller gewachsen sind als die Zahl der Pflegebedürftigen. So stieg die Zahl der Pflegebedürftigen in den Jahren 1999 bis 2013 um etwa 30 Prozent, die Bettenzahl im stationären Bereich hingegen um 39,9 Prozent. Die Zahl der Pflegedienstbeschäftigten, in Vollzeitäquivalenten gerechnet, stieg laut Barmer um 70 Prozent.

Die aktuelle Pflegereform beurteilte Straub zudem positiv. So werde mit dem neuen Pflegestärkungsgesetz ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt und beseitige zugleich eine der Schwächen der Sozialen Pflegeversicherung. “Die einheitlichen Eigenanteile sind ein wichtiges sozialpolitisches Signal. Sie verhindern künftig Konflikte zwischen Angehörigen und Pflegeheimen, wenn ein Pflegebedürftiger höher gestuft werden muss”, erläutert der Vorstandschef der Barmer GEK. (vwh/td)

Link: Barmer GEK Pflegereport 2015 (PDF)

Bildquelle: Ergo

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