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Yuan-Abwertung stellt US-Zinswende in Frage

13.08.2015 – China Schiff_by_Bernd Sterzl_pixelio.deErst der Börsencrash, dann eine Serie schwacher Konjunkturdaten und nun die Yuan-Abwertung. Die Sorge um Chinas Wachstum ist berechtigt, wie die Talfahrt der globalen Aktienindizes zeigt. Beunruhigte Anleger warnen vor der erwarteten US-Zinswende in diesem Umfeld. Laut einer Studie von Euler-Hermes-Studie würde dieser Schritt ein “Fed-Beben” mit massiven Auswirkungen vor allem für Schwellenländer auslösen.

Die Furcht vor einem weltweiten Währungskrieg beunruhigt Anleger rund um den Globus. Gestern fiel die Währung zum Dollar auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren und gab damit den zweiten Tag in Folge deutlich nach. Der Exportweltmeister erhofft sich dadurch Vorteile im Kampf um Marktanteile und Impulse für die lahmende Konjunktur. Im Juli brachen die Exporte um mehr als acht Prozent ein, auch Industrieproduktion, Einzelhandelsumsatz und Investitionen fielen schwächer als erwartet aus.

Vor diesem Hintergrund werden Stimmen laut, Janet Yellen möge von der von allen erwarteten Anhebung der Leitzinsen im September absehen. Auch unabhängig von Chinas Konjunkturschwäche sehen viele Experten die US-Zinswende kritisch, da sie über das Schicksal ganzer Volkswirtschaften entscheiden werde. Nach Ansicht des Kreditversicherers Euler Hermes sind besonders Schwellenländer von den nächsten Zinsschritten betroffen.

“Die Zinsanhebung selbst ist lediglich das Epizentrum, die Nachbeben werden vor allem andernorts zu spüren sein”, sagte Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe. “Insbesondere Länder, die ein hohes Leistungsbilanzdefizit aufweisen und sich in finanzieller Schieflage befinden, sind gefährdet – vergleichbar mit den Erschütterungen im Jahr 1994, als schnelle Zinserhöhungen in den USA das globale Finanzsystem durchrüttelten: Peso-Krise in Mexiko, Abwertungen in Europa und Schockwellen bis nach Asien.”

Obwohl die meisten gefährdeten Länder ihre Währungsreserven verdoppelt haben und das Finanzsystem solider wirke, warnt Subran: “Mexiko, Brasilien, Indonesien oder Südafrika sind beispielsweise stark von ausländischem Kapital und insbesondere vom US-Dollar abhängig. Weitere Länder sind Argentinien, Ecuador, Venezuela, Türkei, Ukraine und Russland. Die Konjunkturindikatoren dieser Staaten deuten nach unten und sie verfügen möglicherweise nicht über die nötigen Mittel, um eine Kapitalflucht und die Abwertung ihrer Währung zu verhindern. Das Ausmaß der Auswirkungen des Fed-Bebens auf die Unternehmen bezüglich Credit Crunch oder Zahlungsausfällen dürfte von den seismologischen Fähigkeiten der jeweiligen Finanzchefs abhängen.” (vwh/dg)

Link: Euler Hermes Studie – Fed quake

Bildquelle: Bernd Sterzl / pixelio.de

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