Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Wie sicher sind die Renten in Europa wirklich?

29.05.2015 – Rentner_Petra Bork_pixelioAngesichts alternder Gesellschaften und niedriger Zinsen gestalten sich die bisherigen Vorsorgerechnungen und Rentenerwartungen für EU-Bürger immer unsicherer. “Lange Zeit dachten die Menschen, dass ein eigenes Haus die beste Rentenversicherung fürs Alter sei, aber das ist nicht länger der Fall”, umreißt Xavier Larnaudie-Eiffel von der französischen Versicherer CNP die aktuelle Problematik auf dem Renten- und Versicherungsmarkt.

Kostspielige Erhaltungs- und Renovierungsnahmen für die eigenen vier Wände würden vielfach die Rendite des privaten Hausbesitzers heutzutage auffressen. Traditionelle Lebensversicherungen könnten auch in Zukunft noch sehr wohl eine valide zusätzliche Stütze in der Altersversorgung darstellen. Angesichts der langanhaltenden Niedrigzinspolitik gerieten Versicherungsunternehmen in Europa allerdings zunehmend unter Druck, garantierte Ausschüttungen beim Eintritt ins Rentenalter garantieren zu können.

Der Versicherungsmanager Larnaudie-Eiffel, der von 1995 bis 2000 im Kabinett von EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn arbeitete, forderte die EU-Kommission unter Jean-Claude Juncker auf, für die Rentenkassen und -Versicherer Garantiesysteme in der EU aufzubauen, um die Renten in Europa sicherer zu machen.

Die just Mitte Mai bei der EU-Kommission zur Referatsleiterin Versicherungen und Renten aufgestiegene französische Juristin Nathalie Berger verwies beim Insurance Europe-Kongress darauf, dass Rentenfragen zu allererst auf nationaler Ebene geregelt seien. “Ich werde daher hier nicht für neue Kompetenzen in der Sozial- und Rentenpolitik zugunsten von Brüssel plädieren”. Die EU-Kommission habe mit dem Grünbuch “Sichere europäische Pensions- und Rentensysteme” eine Grundsatzdiskussion angestoßen mit dem Ziel, die Märkte in Europa zu öffnen und Wettbewerb im Renten- und Versicherungswesen in der EU zu ermöglichen.

Der Versicherungsindustrie in der EU als größter institutioneller Investor komme bei der Sicherung der Rentensysteme in der EU in Zukunft eine entscheidende Rolle zu: “Ich werde Lord Hill Ihre Sorgen der anhaltenden Niedrigzinspolitik vortragen und wir werden dies sorgfältig untersuchen“, versprach Berger, EU-Finanzmarkt-Kommissar Jonathan Hill die Bedenken der europäischen Assekuranz nahezubringen. Von den Versicherern erwarte sie im Gegenzug Antworten auf die Frage, wie die künftigen Instrumente für die private Rentenversicherung ausgestaltet werden sollten. (taf)

Bildquelle: Petra Bork / pixelio.de

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten