Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Widerstand gegen Gröhes Krankenhausreform wächst

24.08.2015 – hermann_groeheOb überflüssige Eingriffe, mangelnde Hygiene oder überforderte Pflegekräfte – der Handlungsbedarf ist groß in Deutschlands Krankenhäusern. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat nun ein Reformpaket vorgelegt, mit dem die Probleme gelindert werden sollen. Seine “Not-OP Krankenhaus” soll die Kliniklandschaft grundlegend verändern.

Wie der Focus berichtet, sollen Kliniken, die wiederholt durch schlechte Qualität auffallen, sollen nach Gröhes Plänen künftig weniger Geld bekommen. Die entsprechenden Qualitätskriterien soll ein neues Institut definieren. Die Patienten sollen zudem einen Zugang zu ausführlichen Qualitätsberichten der Krankenhäuser erhalten.

Mit einem Strukturfonds soll zudem die Schließung unwirtschaftlicher Stationen oder Häuser attraktiver gemacht werden. So könnte manch heutige Klinik bald in ein Pflegeheim oder hochspezialisiertes Lungenzentrum umgewandelt werden. Der Kostenpunkt: 500 Mio. Euro soll dieser Strukturwandel kosten. Das Geld dafür soll aus Gesundheitsfonds kommen. Die Länder sollen zudem die gleiche Summe zusätzlich beisteuern.

Darüber hinaus soll es bei einigen Operationen künftig eine Mindestzahl geben. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass nur routinierte Ärzte die Eingriffe vornehmen sollen. Wenn eine Klinik die Quote verpasst, soll es ebenfalls kein Geld mehr geben.

Allerdings formiert sich bereits Widerstand gegen die Pläne des Bundesgesundheitsministers, berichtet der Focus weiter. So will die Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) in Berlin zum geballten Widerstand rüsten. “Wir starten jetzt die verschärfte Stufe der Kampagnenführung”, kündigte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum laut Bericht an. “Wir werden den Protest der Krankenhäuser in die Bundeshauptstadt tragen.” Qualität fordern, aber die nötigen Mittel verweigern, lautet der Hauptvorwurf der DKG an die Politik.

Die Debatte um die geplante Krankenhausreform geht jedenfalls in die heiße Phase, denn im Oktober soll der Bundestag über Gröhes Pläne abstimmen. (vwh/td)

Bild: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). (Quelle: Bundesgesundheitsministerium)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten