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Wert 1914 feiert Jubiläum

08.01.2014 – goldmark-150Der Gebäudeversicherungswert 1914 feiert sein 100-jähriges Bestehen. Er ist eine wichtige Rechengröße zur  Wertermittlung von Gebäuden und zur Berechnung der Versicherungsbeiträge. Bernd Greve, Versicherungsexperte bei der Hamburger Feuerkasse, erläutert, warum das noch immer so ist. 1914 gilt als das letzte Jahr mit stabilem Baupreisniveau. Nach dem 1. Weltkrieg schossen die Preise in die Höhe. Deshalb einigte man sich auf das Jahr 1914, als noch in Goldmark gerechnet wurde.

Die Wertermittlung erfolgt mit Hilfe eines standardisierten Erfassungsbogens oder im Rahmen einer Besichtigung vor Ort. Angesetzt werden die durchschnittlichen Baupreise und nicht die tatsächlichen Baukosten, um konjunkturelle Schwankungen und individuelle Besonderheiten auszugleichen. Kostenvorteile etwa durch Eigenleistungen oder Sonderofferten würden sonst zu einer Unterbewertung führen. Im Schadenfall muss der Wiederaufbau zu ortsüblichen Preisen gewährleistet sein. Der ermittelte Wert 1914 dient als Basis-Versicherungssumme und findet sich auf dem Versicherungsschein. Im Schadenfall werden  immer die vollen Wiederherstellungskosten erstattet, auch wenn diese über den Schätzungswert hinausgehen. Voraussetzung ist eine seit der Wertermittlung unveränderte Beschaffenheit des Gebäudes, so Greve.

Der  Neubauwert eines Gebäudes ist mit einer einfachen Formel zu berechnen. Hat ein 1970 erbautes Wohngebäude im Versicherungsschein einen durchschnittlichen Gebäudewert 1914 von 20.000 Goldmark, muss dieser Betrag mit dem aktuellen Baupreisindex von 12,89 multipliziert werden. In diesem Beispiel sind das rund 258.000 Euro Neubauwert in 2014. Das Statistische Bundesamt  legt jedes Jahr den Baupreisindex neu fest. Er spiegelt die Preisentwicklung wider. Vorteil: Damit ist eine einheitliche Rechengrundlage gegeben.  Das erleichtert die Vergleichbarkeit bei der Wertermittlung und der Beitragsberechnung. Außerdem dient es der Transparenz gegenüber den Kunden.

Viele Versicherer verwenden traditionell bis heute den Wert 1914 für die Berechnung des durchschnittlichen Neubauwertes und des Beitrags. Einige Versicherer haben inzwischen andere Berechnungsmodelle – beispielsweise nach Wohnfläche – eingeführt. Das erschwert allerdings die Vergleichbarkeit.  Die Hamburger Feuerkasse, einer der großen Wohngebäudeversicherer in der Freien und Hansestadt Hamburg, rechnet nach eigenen Angaben seit Einführung der gleitenden Neuwertversicherung im Jahr 1923 mit dem Wert 1914. „Wenn wir von einem Jubiläum sprechen, dann deshalb, weil das Basisjahr, auf das zurückgerechnet wird, einhundert Jahre zurück liegt. Der Wert 1914 hat sich als einheitliche Rechengrundlage für Gebäudeeigentümer bewährt“, unterstreicht Greve. (wo)

Foto: Die Goldmark war die goldgedeckte Währung des Kaiserreichs mit Münzen zu 20, 10 und 5 Mark und einem Goldgehalt von 0,358423g Feingold je Mark und damit auch die Basis für den Gebäudeversicherungswert (Quelle: vw)

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