Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Werkstatt muss Schaden nach Probefahrt nicht zahlen

17.02.2015 – Paragraf_Thorben Wengert_pixelioEine Autowerkstatt muss nicht zwangsläufig für die Folgeschäden eines Ölverlust aufkommen, wenn ein Mitarbeiter nach der Reparatur mit dem Kundenfahrzeug eine Probefahrt unternimmt. Dies entschied der Bundesgerichtshof. (Az.: III 441/13)

Der konkrete Fall: Ein Landwirt aus Niedersachsen ließ an seinem Schlepper die Dieselleitung in einer Fachwerkstatt reparieren. Bei der anschließenden Probefahrt auf einer öffentlichen Straße trat allerdings Schmieröl aus und hinterließ eine 2,5 Kilometer lange Spur. Die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde musste das ausgelaufene Öl mit Bindemitteln aufnehmen und entsorgen. Daraufhin stellte die Gemeinde der Werkstatt die Gebühren für die Reinigung in Höhe von 1.424,64 Euro in Rechnung. Der Versicherer der Werkstatt beharrte hingegen auf einen Ausgleichsanspruch gegen den Landwirt.

Der BGH gab dem Versicherer nun Recht. Die Richter verwiesen dabei auf die gesamtschuldnerische Haftung der Werkstatt und des Landwirts. Demnach sei sowohl der Eigentümer des Schleppers als auch der Verursacher des Schadens – und damit die Werkstatt – gebührenpflichtig. Haben beide Seiten einen gleichen Schuldanteil, kommt die Straßenverkehrsordnung zum Tragen, so die Bundesrichter. D.h. der Halter des Fahrzeugs ist allein für die Gefährdungshaftung aus dem Betrieb seines Fahrzeugs und damit für die daraus resultierenden Schäden verantwortlich. (vwh/td)

Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Tags:
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten