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Weltrisikoindex: Hunger schwächt die Resilienz

18.11.2015 – Wueste_Ute Bibow“Die katastrophalen Auswirkungen von Naturgewalten wie Erdbeben oder Wirbelstürmen können durch eine gesicherte Ernährung der Menschen eingedämmt werden”, lautet eine zentrale Erkenntnis des aktuellen Weltrisikoberichts. Projektleiter Peter Mucke: “Wer Hunger hat, ist verletzlicher bei Katastrophen, Kriegen und Konflikten.“ Die globalen Hotspot-Regionen des Risikos haben sich im Vergleich zu den Vorjahren nicht verändert.

Die Hochrisikozonen befinden sich weiterhin in Ozeanien, Südostasien, Zentralamerika und im südlichen Sahel. Dabei weist auch 2015 der Inselstaat Vanuatu das größte Risiko auf. Erst im März verwüstete Wirbelsturm Pam das Land. Auf den Rängen zwei und drei folgen Tonga und die Philippinen, die im Vergleich zum Vorjahr lediglich die Plätze getauscht haben. Deutschland liegt auf Platz 146.

“Hunger und eine schlechte Ernährungssituation haben negative Auswirkungen auf das Katastrophenrisiko, da die Anfälligkeit der entsprechenden Bevölkerung gegenüber Naturgefahren hierdurch deutlich erhöht wird“, sagt Matthias Garschagen, der die wissenschaftliche Seite des Berichts verantwortet und an der Universität der Vereinten Nationen lehrt. Auch noch so weitreichende Strategien zum Katastrophenschutz alleine würden nicht ausreichen, wenn die Staatengemeinschaft sich nicht zu einer mutigen Klimapolitik durchringt, lautet eine These zum Bericht.

Welt-Risiko-Index

Grafik: Vanuatu führt den Weltrisikoindex an. (Quelle: Weltrisikobericht.de)

Zwar müssten bis 2030 etwa 1,2 Milliarden Menschen mehr ernährt werden, noch einmal soviel wie derzeit in Indien leben. Die Vereinten Nationen rechnen alleine in der Sahelzone bis Ende dieses Jahres mit 700.000 verhungerten Kindern.

Doch Peter Mucke, der auch Geschäftsführer des Bündnis Entwicklung hilft ist, sieht gute Chancen, bis zum Jahr 2030 das international vereinbarte “Null-Hunger-Ziel” zu erreichen: “Rein rechnerisch gibt es genug Nahrung für alle. Aber ungerechte Verteilung der landwirtschaftlichen Produkte, Verschwendung von Lebensmitteln und Verluste bei Ernte oder Transport sind verantwortlich dafür, dass noch immer Menschen hungern müssen.” (siehe DOSSIER) (vwh/ku)

Bildquelle: Ute Bibow / pixelio.de

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