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Weltbank führt Pandemie-Versicherung ein

24.05.2016 – Virus Pandemie Epidemie by_Aka_pixelio.deMers, Ebola, Zika. Pandemien umrunden den Globus – mit erheblichen Schäden. Die Weltbank reagiert darauf mit einer “Pandemic Emergency Financing Facility (PEF)”, einer 500 Mio. US-Dollar betragenden Risikovorsorge. Im Rahmen der PEF werden in der auf drei Jahre angelegten Versicherungskomponente Mittel aus Rückversicherungsmärkten mit den Gewinnen der von der Weltbankgruppe emittierten Cat-Bonds kombiniert.

Noch sei die Welt auf die nächste Epidemie nicht vorbereitet. “Aber wir können es sein – und zwar zu einem Bruchteil der Kosten dessen, die es kosten würde, wenn wir nicht schnell handeln”, sagt Weltbank-Präsident Jim Yong Kim. Er fürchtet sich besonders vor den auf dem Luftweg ausbreitenden Erkrankungen wie der Spanischen Grippe aus dem Jahr 1918, berichtete VWheute. “Modellen zufolge würde ein ähnlicher Ausbruch heutzutage mehr als 33 Millionen Opfer in 250 Tagen fordern. Die Kosten würden sich auf 4,8 Prozent des weltweiten BIP belaufen – also mehr als 3,6 Bil. US-Dollar”, erklärt Jim Yong Kim.

Um dem vorzubeugen, schafft die Weltbank unter der Bezeichnung “Pandemic Emergency Financing Facility (PEF)” eine Risikovorsorge für das 77 Entwicklungsländer betreffende Risiko von Pandemien. Zu den Projektinitiatoren gehört auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Bereits Ende 2016 soll die Fazilität greifen. Dadurch wird der erste Versicherungsmarkt für Pandemierisiken weltweit geschaffen. Japan, das die G7-Präsidentschaft innehat, verpflichtete sich zum ersten finanziellen Beitrag von 50 Mio. US-Dollar für die neue Initiative.

Im Rahmen der PEF werden in der auf drei Jahre angelegten Versicherungskomponente Mittel aus Rückversicherungsmärkten mit den Gewinnen der von der Weltbankgruppe emittierten Katastrophenanleihen kombiniert. Ebenfalls umfasst die Fazilität eine ergänzende Bargeldkomponente. Dies stellt den ersten Einsatz von Cat Bonds der Weltbank zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten dar.

Das sei eine Reaktion auf das “kollektive Versagen” beim Ebola-Virus, betont die Weltbank. Doch die nun anstehende nur die Schadenminimierung, aber nicht die Schadenüberwälzung bezweckende Risikovorsorge in Höhe von 0,5 Mrd. Dollar verblasst im Vergleich zu den Exponierungen. Die wirtschaftlichen Schäden des Ebola-Ausbruchs in Westafrika werden auf 2,8 Mrd. Dollar geschätzt, weltweit verursachte der Virus bis heute Kosten von zehn Mrd. Dollar.

Die Krisenprävention der WHO wird dabei als Teil des Problems angesehen. Nach dem ersten identifizierten Fall brauchte die sie acht Monate, um die Ebola-Epidemie als Notfall für die öffentliche Gesundheit einzustufen. Das unkoordinierte Agieren der Organisation wurde heftig kritisiert. Derzeit diskutieren 3.500 Experten bei der Weltgesundheitsversammlung in Genf, wie die WHO für solche Notfälle in Zukunft zu rüsten sei. 21 Resolutionen stehen auf der Agenda, auch eine Budgeterhöhung ist geplant. Weitere wichtige Themen sind unter anderem die Verabschiedung eines globalen Aktionsplans zu Antibiotika-Resistenzen, die bessere Implementierung der Internationalen Gesundheitsvorschriften, das Thema Luftverschmutzung sowie die Verabschiedung einer langfristigen Malariastrategie. (cpt/dg)

Bildquelle: Aka / pixelio.de

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