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VKB-„Klimasymposium“ zum Dauerthema Deckungslücken bei Elementarschäden

28.02.2014 – vbk-symposium-150Noch immer ist in Bayern erst jedes fünfte Gebäude gegen Elementarschäden versichert. Das beklagten beim 9. Klima-Symposium der Versicherungskammer Bayern (VKB) in München gleichermaßen der Hausherr, VKB-Chef Frank Walthes, wie Marcel Huber, Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz sowie Schirmherr der Veranstaltung, oder auch Sascha Straub, der Leiter des Referats Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Bayern.

Dabei biete die Assekuranz inzwischen außer für jene rund 6.000 Immobilien, die in ganz extrem gefährdeten Gebieten liegen, für alle Gebäude in Bayern inzwischen eine solche Deckung an, korrigierte Walthes Vorstandskollege Rainer Fürhaupter erneut anderslautende Klagen. Mit denen sieht sich die Branche regelmäßig dann immer wieder konfrontiert, wenn die Natur wieder einmal heftig zugeschlagen hat. Dieses Angebot werde jedoch nach wie vor nur sehr schleppend angenommen, bedauerte er bei der Veranstaltung unter dem Motto „Hochwasser und Starkregen – Vorsorgen und Versichern“.

Unmittelbar nach dem Juni-Hochwasser 2013, das laut Umweltminister Huber nach gegenwärtigem Kenntnisstand allein im Freistaat einen Schaden von rund 1,5 Mrd. Euro verursachte, habe die VKB alle 1,4 Millionen Besitzer einer Gebäudeversicherung in ihrem Bestand, die noch nicht über eine Elementardeckung verfügen, angeschrieben und auf die Versicherungslücke aufmerksam gemacht. Herausgekommen seien bei der Kampagne, die auch unter dem Aspekt der Beratungshaftung gestartet wurde, dann gerade mal 9.500 zusätzliche Verträge. Für Walthes wie Fürhaupter ist das nicht zuletzt deshalb ziemlich unverständlich, weil die Branche nahezu keine Probleme hat, Autobesitzern eine vergleichsweise teure Vollkaskodeckung zu verkaufen, obwohl deren Immobilie meist einen weit höheren Wert hat.

Einig waren sich von den beiden Versicherungsvorständen über den Minister – dem es nicht zuletzt problematisch erscheint, dass die Politik nach jeder Katastrophe allen nicht versicherten Betroffenen über Hilfsfonds mit dem Geld der Steuerzahler beistehen muss –  und dem Moderator der Veranstaltung, dem Meteorologen und ARD-„Wetterfrosch“ Sven Plöger, bis zum Verbraucherschützer Straub daher alle einig, dass akuter Handlungsbedarf besteht. Darüber jedoch, wie die Versicherungsdichte gesteigert werden soll, gehen die Ansichten nach wie vor deutlich auseinander.

Ausgerechnet der Vertreter der Verbraucherzentrale, dessen Organisation in früheren Zeiten durchaus schon mal Briefmarkensammlungen statt private und betriebliche Rentenversicherungen zur Altersvorsorge empfohlen hat, plädierte eindringlich für die Einführung einer Pflichtversicherung für alle Immobilienbesitzer – was das Europäische Parlament übrigens just zumindest auf EU-Ebene abgelehnt hat . Bayerns Umweltminister wie VKB-Vorstand Fürhaupter stehen solch einer Pflichtversicherung unter den altbekannten Verweisen auf rechtliche Hürden  sowie die Gefahr, dass dadurch Präventionsanstrengungen eher Schaden nehmen könnten, nach wie vor ablehnend gegenüber. Sie wollen lieber weiter auf Aufklärungs- und Sensibilisierungsanstrengungen setzen. Ohne noch mehr staatliche Unterstützung, ließ VKB-Chef Walthes allerdings beiläufig anklingen, kommt der Versicherungsvertrieb alleine hier allerdings nicht weiter. (rem)

Bild: VKB-Chef Frank Walthes bei seinem Vortrag in München. (Quelle: rem)

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