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Versicherungsombudsmann zieht zufriedene Jahresbilanz

25.05.2016 – Der Versicherungsombudsmann Günter Hirsch und sein Geschäftführer Horst Hiort konnten trotz einer Rekordbeschwerdezahl von 20.827 (2014: 19.897) eine zufriedene Bilanz für 2015 ziehen. Und vor allem hat der Ombudsmann auch kein Probleme mit dem neuen Verbraucher-Streitbeilegungsgesetz, demzufolge für alle Branchen Schiedsstellen zur außergerichtlichen Streitbeilegung einzurichten sind. Viel Arbeit machen aber unzulässige Beschwerden.

Hirsch regte bei der Vorstellung des Jahresberichts in Berlin an, für alle Verbraucher eine zentrale Stelle einzurichten, die Anlauf- und Verteilstelle zu den einzelnen Schiedsstellen ist und mit deren Einschaltung auch zugleich die Verjährung gehemmt wird. Auch im vergangenen Jahr war fast jede dritte Beschwerde beim Versicherungsombudsmann unzulässig (6.373).

13.805 Beschwerden wurde als zulässig eingestuft und weiter verfolgt. Die Daten waren auch 2015 von vielen “Irrläufern” aus dem Bankenbereich gekennzeichnet. Im ersten Quartal 2016 zeigte sich eine klare Normalisierung der Lage, wie Hiort ausführte. Der Beschwerdeeingang ging in den ersten drei Monaten auf 4.793 (2015: 7.167) zurück. Hirsch ist auch für Beschwerden gegenüber Versicherungsvermittlern zuständig, deren Zahl ist im normalen Geschäft mit einem Anteil von etwa 1,6 Prozent aber kaum wahrnehmbar.

Schlüsselt man den Eingang der zulässigen Beschwerden nach den einzelnen Sparten auf, dann bleibt die Lebensversicherung als zentrales Element zwar mit 3.640 Beschwerden weiter an der Spitze; ihr Anteil ging allerdings auf 26,3 Prozent (2014: 29,1) zurück. Dafür tritt die Rechtsschutzversicherung deutlich in den Fokus mit einem Plus von 32,3 Prozent auf 2.791 Beschwerdeeingänge. Dies entspricht jetzt einem Anteil von 20,3 Prozent (2014: 16,6). Auch die Kfz-Kaskoversicherung ragt mit einem Plus von 32,2 Prozent auf 887 Eingaben hervor. Der Anteil am Gesamtaufkommen bleibt aber mit 6,4 Prozent (2014: 5,2 Prozent) vergleichweise gering.

Auch in der Kfz-Haftpflichtversicherung war der Zuwachs mit 19,2 Prozent überdurchschnittlich (Anteil ebenfalls 6,4 Prozent). Der Versicherungsombudsmann ist für alle Sparten zuständig mit Ausnahme der privaten Krankenversicherung (PKV). Angesichts der jedes Jahr von den Versicherern abgewickelten fälligen Verträgen oder Schäden ist die Beschwerdezahl kaum messbar. Allerdings sind sich Hirsch und Hiort sicher, dass das Beschwerdeaufkommen in der Zukunft weiter zunehmen wird. Hiort sagte auch mit Blick auf das für den Verbraucher kostenfreie Verfahren: “Die außergerichtliche Streitbeilegung hat Konjunktur.” (siehe DOSSIER)

Kaum messbar sind auch die Beschwerden gegenüber Versicherungsvermittlern. Der Ombudsmann zählte 336 eingegangene Eingaben, von denen allerdings nur etwa jede dritte überhaupt zulässig war. Und von den im vergangenen Jahr 92 abgeschlossenen zulässigen Vermittlerbeschwerden hatte auch nur rund jede dritte Erfolg. Und angesichts der im Land tätigen und registrierten rund 230.000 Versicherungsvermittler ist auch diese Beschwerdezahl praktisch nicht messbar. (brs)

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