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Versicherer ziehen sich aus Bundesanleihen zurück

03.02.2015 – Mit ihrem geplanten Ankaufprogramm im Umfang von rund 1,1 Bio. Euro will die EZB die Renditen von Rentenpapieren noch weiter nach unten drücken. „Der Zins ist faktisch abgeschafft“, resümmiert Volker Heinke, Finanzvorstand der LVM Versicherung. Sehr deutlich zeigt sich dies bei Wertpapieren bester Bonität wie Bundesanleihen.

Vor wenigen Tagen platzierte der Bund eine fünfjährige Anleihe zu einer Rendite von 0,04 Prozent. Selbst Langläufer werfen kaum noch etwas ab. Die Rendite 30-jähriger Bundesanleihen fiel in der Vorwoche erstmals auf unter ein Prozent.

Während sich Deutschland immer günstiger Geld besorgen kann, scheiden die Papiere für viele Versicherer bei der Neuanlage aus. „Wir investieren schon seit längerer Zeit nicht mehr in Bundesanleihen“, sagt Generali-Vorstand Torsten Utecht im GDV-Themenspecial zu Kapitalanlagen der Versicherer.

Das Risiko bei Versicherer-Investments steigt: Machten Unternehmensanleihen Ende 2007 erst 1,1 Prozent des gesamten Kapitalbestands der deutschen Erstversicherer aus, so lag ihr Anteil im dritten Quartal 2014 bei drei Prozent. Auch höher rentierliche Euro-Staatsanleihen oder US-Treasuries gelten als Alternativen zu Bundesanleihen. Interesse haben die Versicherer auch an Infrastrukturprojekten.

Denn Hoffnung, dass die Niedrigzinsphase bald enden könnte, haben die Anlagemanager indes kaum. „Es geht keiner mehr davon aus, dass das eine vorrübergehende Erscheinung ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich da in den nächsten Jahren etwas wesentlich bewegen wird“, sagt Wolfgang Weiler, Vorstandssprecher der Huk-Coburg.

Auch Utecht glaubt nicht an einen schnellen Richtungswechsel der EZB: „In früheren Phasen haben wir durchaus auch mittelfristig mit wieder steigenden Zinsen geplant. Jetzt erwarten wir niedrige Zinsen für unseren kompletten Planungshorizont“, sagt der Generali-Vorstand.“ So rechnet sein Unternehmen bis 2018 mit einem Anstieg der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf lediglich 1,3 Prozent. (vwh/ku)

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