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Versicherer zahlt nicht bei Unfällen als Folge von Scherzen

09.07.2015 – wasserstrahl by_sassi_pixelio.deEin Mann hält nichts von einer Abkühlung am Arbeitsplatz und springt durch ein Fenster, um sich einem Wasserstrahl zu entziehen. Seine Verletzung ist jedoch kein Fall für die gesetzliche Unfallversicherung, denn laut einem Gerichtsurteil kommt es darauf an, ob die Handlung zur Arbeit gehört oder nicht. Nur für Schüler und Jugendliche gilt eine Ausnahme.

Verletzungen als Folge von Neckereien und Spielereien während der Arbeitszeit oder Ausbildung sind nicht gesetzlich unfallversichert, soweit sie unter Erwachsenen stattfinden. Dies hat das Hessische Landessozialgericht (LSG) am Dienstag entschieden (Az.: L 3 U 47/13).

In dem verhandelten Fall befand sich ein 27-jähriger Mann im Rahmen einer beruflichen Umschulungsmaßnahme im ersten Obergeschoss des Unterrichtsgebäudes. Während einer nicht beaufsichtigten Unterrichtszeit versuchte eine Mitschülerin ihn mit einem Gummispritztier nass zu spritzen, woraufhin der Mann aus dem nahe gelegenen Fenster sprang. Er gelangte auf ein vor dem Fenster befindliches Welldach, durch welches er hindurchstürzte und sich verletzte.

Die Berufsgenossenschaft lehnte eine Anerkennung als Arbeitsunfall ab, weil er im Rahmen einer Rangelei bzw. Neckerei aus dem Fenster gesprungen sei. Eine betriebsdienliche Tätigkeit liege nicht vor. Die Darmstädter Richter urteilten zugunsten der Berufsgenossenschaft. Ein Arbeitsunfall liege nur vor, wenn die Verrichtung des Versicherten zur Zeit des Unfalls der versicherten Tätigkeit zuzurechnen sei, so die Richter.

Nur für Schüler und pubertierende Jugendliche ergebe sich eine Einschränkung dieses Grundsatzes. Schließlich müsse man bei Ihnen die Gefahren berücksichtigen, die sich aus unzureichender Beaufsichtigung oder typischen Gruppenverhalten in der Schule ergäben, hieß es in der Begründung. (vwh/dg)

Bildquelle: sassi / pixelio.de

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