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Versicherer verklagt Kinder auf 712.000 Euro Schadenersatz

28.03.2014 – feuer098Zum Tatzeitpunkt acht und elf Jahre alte Kinder müssen sich vor dem Landgericht Innsbruck (Österreich) wegen Brandstiftung verantworten. 2011 hatten die Buben während einer Fahrradtour gezündelt und dabei versehentlich Teile eines Bauernhofes in Brand gesetzt. Während sich die Versicherungen beider Buben gegenseitig die Schuld zuschieben und Haftungen dem Grunde nach ablehnen, verlangt die Versicherung des Bauern eine solidarische Haftung beider Zündler.

Im Oktober 2011 hatten die damals Acht- und Zehnjährigen beim Spielen ein landwirtschaftliche Anwesen in Kössen (Tirol) in Brand gesetzt, weil sie mit einem Feuerzeug probeweise Stroh angezündet hatten. Das Wirtschaftsgebäude des Hofs brannte trotz intensiver Löscharbeiten komplett nieder. Der Schaden für den Landwirt und für die Brandversicherung betrug insgesamt stolze 890.000 Euro. Auch der Wohntrakt konnte nicht mehr bewohnt werden.

Da die Zündelei der Buben nachmittags gegen 15.00 Uhr während des Fahrradfahrens erfolgte, war den beiden Elternteilen keine Verletzung ihrer Aufsichtspflicht vorzuwerfen – somit auch nichts von ihnen zu holen.

Bestehende Privathaftpflichtversicherungen der Eltern, die ihre Kinder einschließen, nähren bei der Versicherung des Landwirts nun aber doch noch die Hoffnung auf Entschädigung. Sind doch beide Buben jeweils mit einer Deckungssumme von je 1,3 Mio. Euro versichert.

Da wird wohl auch den Buben der Weg zum Gericht nicht erspart bleiben. Dass ihre Versicherungen später einmal bei ihnen Regress für die Leistungen nehmen könnten, erscheint Zivilrechtsexperten jedoch aufgrund des jungen Alters für ausgeschlossen. (vwh)

Bild: Bei Brandstiftung versteht niemand Spaß, auch wenn Kinder versehentlich Feuer entfachen. (Quelle: vwh)

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