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Versicherer und Fonds tun sich schwer mit Riester – Wohn-Riester boomt

14.03.2014 – riesterDas Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat zwar noch nicht die aggregierten Riester-Zahlen für 2013 veröffentlicht. Ein Blick auf vorliegende Detailergebnisse zeigt aber, dass sich insbesondere Versicherungen und Fondsanbieter mit der staatlich geförderten Altersversorgung schwer tun. Dagegen können die Bausparkassen mit dem Wohn-Riester, dessen Rahmenbedingungen Anfang des Jahrs nochmals verbessert wurden, punkten.

Die Versicherungswirtschaft konnte zwar im vergangenen Jahr 453.000 neue Riester-Verträge abschließen, wie am Rande der GDV-Jahrespressekonferenz in Berlin zu erfahren war. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies aber eine Einbuße um 25,8 Prozent. 2012 hatte man noch 610.000 neue Verträge hinzu gewinnen können. Aufgrund statistischer Bereinigungen sank der Bestand zum Jahresende sogar leicht auf 10,8 (2012: 10,9) Millionen Riester-Verträge. Aus den Riester-Verträgen flossen den Versicherungen im Jahr 2013 insgesamt 7,0 (2012: 6,9) Mrd. Euro an Brutto-Prämieneinnahmen zu. Etwas besser lief das Geschäft mit der Basis-Rente (Rürup-Rente). Hier stieg die Vertragszahl auf 1,8 (1,7) Millionen an, wobei Brutto-Einnahmen von 3,1 (2,9) Mrd. Euro erzielt wurden.

Ein leichtes Bestandswachstum erreichten im vergangenen Jahr die Riester-Investmentfonds-Verträge. Per Ende 2013 weist der BVI 3,027 (Vorjahr: 2,989) Verträge im Bestand aus. Der Depot-Gesamtwert stieg um rund drei Mrd. Euro auf knapp 14,6 Mrd. Euro. In den zentralen Wünschen an die Politik üben GDV und BVI den Schulterschluss: Keine Riester-Anrechnung auf die Grundsicherung, damit auch Geringverdiener wirklich von ihrer Eigenvorsorge profitieren, eine Dynamisierung der Riester-Förderung und die Öffnung der Riester-Rente für weitere Bevölkerungsgruppen wie etwa für Selbstständige. Zur Stärkung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) plädieren beide Spitzenverbände für ein Opting-Out-Modell. Damit wäre jeder neu eingestellte Arbeitnehmer automatisch in die betriebliche Altersversorgung eingebunden, es sei denn, er spricht sich dagegen aus.

Grundsätzlich profitiert in der Niedrigzinsphase derzeit die Immobilien-Nachfrage. Auf ihrem Weg zum Eigenheim nutzen viele Menschen in der Ansparphase den Bausparvertrag. 2008 wurde die staatliche Förderung auch auf Bausparverträge ausgeweitet. Seither bietet sich als Alternative die Eigenheim-Rente (Wohn-Riester) an. Zuletzt hatte die Bundesregierung den Wohn-Riester von einer ganzen Reihe bürokratischer Einengungen befreit. Bereits Ende 2012 hatte diese geförderte Sparform mehr Anhänger gefunden als Riester-Banksparpläne. Wie der Verband der Privaten Bausparkassen auf Anfrage mitteilte, konnten diese im vergangenen Jahr ihren Wohn-Riester-Bestand um 143.000 auf 680.000 ausweiten. Dies entspricht einem satten Plus von 26,6 Prozent. Und nach Auskunft der Bundesgeschäftsstelle der Landesbausparkassen (LBS) konnte der Bestand um knapp 85.000 Verträge oder gut 17 Prozent auf rund 566.000 erweitert werden. Und nach den zu Jahresbeginn in Kraft getretenen weiteren Verbesserungen beim Wohn-Riester erwarten beide Bauspargruppen weitere positive Impulse. Der Vorstandsvorsitzende des Verbands der Privaten Bausparkassen, Andreas J. Zehnder, sagte der Versicherungswirtschaft, die Eigenheim-Rente werde nach wie vor gut angenommen. „Sie wirkt in der Finanzierungsphase wie ein Tilgungs-Turbo.“ Der Kunde schätze vor allem, dass er den Wohn-Riester bereits im Berufsleben und nicht erst im Rentenalter nutzen könne. (brs)

Bild: Kann mit dem Produkt, das seinen Namen trägt, ganz zufrieden sein: Walter Riester, ehemaliger Bundesarbeitsminister und Erfinder der Riester-Rente. (Quelle: vwh)

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