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Versicherer: Sanft vom Gesetzgeber zum Kunden gestupst

11.05.2015 – Morgenstern_DIAKlaus Morgenstern, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge, mit Einschätzungen exklusiv für VWheute zu einer heute veröffentlichten Studie. Die Versicherungsbranche bewegt sich in kleinen Trippelschritten voran, sanft vom Gesetzgeber gestupst in Richtung Kunde, aber alles in allem bleibt noch viel zu tun.

Zu diesem Fazit gelangt das Institut für Transparenz in Berlin (ITA), das im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) die Auswirkungen des Lebensversicherungs-Reformgesetzes untersucht hat. Dafür wurden 39 klassische Renten-Tarife und 39 Riester-Renten von 41 Anbietern analysiert, was einer Marktabdeckung von mehr als 70 Prozent entspricht.

Die erfreuliche Botschaft vorweg: Einige Ziele des Gesetzes wurden tatsächlich erreicht. So ist sowohl in die Rückkaufswerte, die wegen ihrer geringen Höhe in den ersten Jahren der Vertragslaufzeit immer wieder in der Kritik standen, als auch in die Kostenstruktur Bewegung gekommen. Es gibt mittlerweile einen klaren Trend in Richtung laufende Kosten. Zwar ist die Branche noch weit von den Vorhersagen einiger Vertreter, die schon das Ende der gezillmerten Abschlusskosten einläuten wollen, entfernt, aber bei den einmaligen Abschlusskosten greift das Gesetz sichtbar.

Die neue DIA-Studie hätte gern auch einige Aussagen zur Entwicklung der Vergütung des Versicherungsvertriebs präsentiert. Aber das scheiterte an einem alten Leiden der Assekuranz: Transparenz zählt nach wie vor nicht zu ihrem Markenzeichen. Sie übt weiterhin vornehme Zurückhaltung bei Aussagen zur Entwicklung der Provisionen. Ein eklatanter Mangel an Transparenz herrscht ebenfalls nach wie vor in den Produktunterlagen. „Zu oft gilt noch: Komplexität vor Einfachheit, Unverständlichkeit vor Transparenz. Die Dokumente, die wir in dieser Untersuchung gelesen haben, kann man zum Teil keinem Kunden zumuten“, klagten die Autoren der DIA-Studie in ihrem Resümee. Die Ergebnisse der neuen Studie werden am heutigen Montag in Berlin vorgestellt. (vwh/ku)

Bild: Klaus Morgenstern, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge. (Quelle: DIA)

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