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Versicherer begrüßen Junckers Investitionsplan

27.11.2014 – Juncker_Factio_popularis_EuropaeaVon VWheute-Brüssel-Korrespondent Thomas A. Friedrich.

Das von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Mittwoch im Straßburger EU-Parlament vorgestellte EU-Investitionsprogramm über 315 Milliarden Euro für die kommenden drei Jahre trifft auf ein weitgehend positives Echo in der europäischen Wirtschaft und Politik.

Um Europas Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und der europäischen Wirtschaft einen Anschub für bis zu eineinhalb Millionen neue Arbeitsplätze in den kommenden drei Jahren zu schaffen, sollen 21 Millionen Euro aus dem EU-Haushalt und Krediten beziehungsweise Risikogarantien von der Europäischen Investitionsbank (EIB) bereit gestellt werden. „Wir wollen damit einen Weg aufzeigen wie Europa für Investitionen attraktiver gemacht werden kann und bürokratische Hindernisse vor allem für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus dem Weg geräumt werden“, sagte Juncker vor der Presse. Der Präsident der Europäischen Investitionsbank (EIB), Werner Hoyer, erklärte an der Seite von Juncker, dass in Europa ausreichend Liquidität vorhanden sei, um die angepeilte Summe von 315 Milliarden Euro gezielt für Infrastrukturaufgaben in den Bereichen Energieinfrastruktur, Digitale Wirtschaft und Verkehrsinfrastrukturprojekte zu realisieren.

„Der neue europäische Fonds für strategische Investitionen wird eine gezielte, risikoabdeckende Anschubfinanzierung für wirtschaftlich tragfähige Investitionen bereitstellen. Der Vizepräsident der EU-Kommission, Jyrki Katainen, zeigte sich überzeugt, dass jeder vom EU-Fonds mobilisierte Euro weitere Investitionen von etwa 15 weiteren Euro generieren werde. Die Hebelwirkung des Faktors 15 sei anhand der EIB-Erfahrungen durchaus realistisch.

„Der Investitionsplan wird entscheidend sein für Europas zukünftige Prosperität“, sagte Michela Koller, Generaldirektorin von Insurance Europe. Die europäische Versicherungswirtschaft stelle mit einem Volumen von 8,5 Billionen Euro von Einlagen-Management, der größte institutionelle Investor in Europa dar. Die Assekuranz werde aufmerksam, die Diskussionen begleiten, wie Hindernisse für weitere Investitionen in Infrastrukturprojekte ausgeräumt werden könnten.

Der grüne Europapolitiker und Finanzexperte Sven Giegold meldete Zweifel an, ob die Mobilisierung privaten Kapitals tatsächlich in dieser Größenordnung erzielt werden könne. “Der Plan erteilt den Europagegnern eine Absage, die gemeinsame europäische Investitionen verhindern wollten. Die Richtung stimmt, aber das Instrument reicht nicht aus und lässt Fragen offen“, so Giegold. (taf)

Bild: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (Quelle: Factio popularis Europaea)

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