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Vermittler-Richtlinie nimmt parlamentarische Hürde

23.11.2015 – Vermittler_Petra Bork_pixelioAm Dienstag wird das Europäische Parlament (EP) in erster Lesung einen vorläufigen Schlussstrich unter den dreijährigen Verhandlungsmarathon um die Vermittler-Richtlinie ziehen. Die seit 2002 geltende Insurance Mediation Directive (IMD) soll dann von der neuen Versicherungs-Vermittlerrichtlinie (IDD – Insurance Distribution Directive) abgelöst werden.

Sie muss innerhalb von zwei Jahren nach Veröffentlichung im Europäischen Gesetzblatt in nationales Recht umgesetzt werden, also letztlich bis Ende 2017. Den Weg für das parlamentarische Abschlussvotum hatte die lettische EU-Ratspräsidentschaft am letzten Tag ihres Mandats – ein Tag vor der Übernahme durch die luxemburgische Präsidentschaft am 1. Juli diesen Jahres – geebnet (siehe DOSSIER).

“Die Einigung unter lettischer Ratspräsidentschaft in letzter Minute bringt Klarheit für die Vertreiber von Versicherungen, für die Verbraucher in Europa und für die vielen mittelständischen Versicherungsbüros. Künftig bekommen Verbraucher Informationen über die Art und den Ursprung der Vergütung ihrer Versicherungsvermittler. Das sorgt für mehr Transparenz und bringt Licht in die Provisionszahlungen. Die Interessen der Kunden werden damit vor den Vergütungsinteressen der Vermittler gestärkt”, sagt der Berichterstatter des Europaparlaments, Werner Langen (CDU).

Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) begrüßte den im Juli erzielten Kompromiss. “Der im Trilog erzielte Kompromiss schafft die Grundlage für ein modernes europaweit einheitliches Regelwerk für den Versicherungsvertrieb”, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Axel Wehling. Damit sei die Koexistenz national gewachsener Strukturen von Provisions- und Honorarberatung weiterhin sichergestellt worden.

Auch der finanzpolitische Sprecher der Grünen im Europaparlament, Sven Giegold, zeigte sich mit dem Erreichten zufrieden: “Mit dieser Entscheidung stärkt die EU die Rechte von Verbrauchern beim Kauf von Versicherungen. Versicherungen müssen zukünftig bereits bei der Gestaltung ihrer Produkte die Bedürfnisse der Kunden systematisch berücksichtigen. Der Etikettenschwindel bei Versicherungsprodukten wird damit eingedämmt. Der Schutz von Versicherungskunden ist ein Fortschritt gegenüber der bisherigen EU-Richtlinie und geht deutlich über den ursprünglichen Vorschlag der EU-Kommission hinaus“. (taf)

Bidquelle: Petra Bork / pixelio.de

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