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Verbraucherzentrale fordert Recht auf Sammelklage

22.03.2016 – MohnDorothea Mohn, Teamleiterin Finanzmarkt beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und Vorsitzende des Verbraucherbeirats der Bafin, sieht sich mit ihrer Aufgabe auf der moralisch richtigen Seite: “Ich setze mich dafür ein, dass Verbraucher auf vernünftige Art und Weise am Finanzmarkt versorgt und besser behandelt werden. Es darf nicht sein, dass hier das Recht des Stärkeren gilt.” Das betreffe neben Versicherungen auch Finanzanlageprodukte.

Mohn fordert funktionierende Klageinstrumente mit Breitenwirkung für die Verbraucher. Für den Einzelnen komme wegen des hohen Aufwands oder eines für den Einzelnen nur geringen Schadens oftmals eine Klage nicht in Frage. Deshalb sei es sinnvoll, wenn für eine große Gruppe mit gleichen Problemstellungen und Schadenserfahrungen die Möglichkeit der Muster- und Sammelklage eingeführt werde, wie sie für den Anlagebereich schon existiere. Dieses Instrument gäbe es auch schon heute in einigen europäischen Staaten.

Zum Streit mit der Versicherungswirtschaft über den sogenannten “mündigen Verbraucher” hat Mohn ihre eigene Meinung. Das sei zwar unbestritten, dennoch könnte nicht außer Acht gelassen werden, dass Verbraucher bei vielen Versicherungsprodukten, insbesondere mit Anlagecharakter, naturgemäß über wenig Erfahrung verfügten. Es wäre viel gewonnen, Versicherungen einfacher, also vergleichbarer und transparenter anzubieten, um so die Wahl des passenden Produkts zu ermöglichen. Das setze allerdings weniger Produktdifferenzierungen voraus und dafür eine Konzentration auf das Wesentliche. “Wir brauchen keine komplizierten Nebenbedingungen.” Als positiv bewertet es Mohn, dass trotz aller Differenzen zwischen Branche und vzbv der Dialog mit dem GDV stattfindet.

Die Verbraucherschützerin gilt als eine der treibenden Kräfte bei der Entstehung des sogenannten Finanzmarktwächters, der das reale Marktgeschehen überwachen soll “Wir haben für diese Einrichtung einige Jahre erfolgreich gekämpft. Das Instrument ermöglicht endlich, evidenzbasierte Politikberatung aufzubauen.” Mit den Versicherungsunternehmen und anderen Wirtschaftszweigen sei man diesbezüglich zwar nicht immer im Konsens. “Ich erkenne aber eine zunehmende Akzeptanz.” Dies und mehr ist nachzulesen im Business-Magazin Versicherungswirtschaft am 1. April 2016. (wo)

Bild: Dorothea Mohn, Leitung Team Finanzen von der Bundesverbraucherzentrale. (Quelle: Vzbv)

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