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Verbessertes Qualitätsmanagement soll Krankenhäuser profitabler machen

19.08.2015 – arzt_Tim Reckmann_pixelio40 Prozent der deutschen Krankhäuser schreiben rote Zahlen. Trotz Kostendruck und gesetzlicher Einsparmaßnahmen bestehe ein hohes Qualitätsverbesserungspotenzial stationärer Behandlungen, lautet der zentrale Befund einer Roland Berger-Studie. Dafür müsse eine qualitätsorientierte Vergütung eingeführt und das Qualitätsmanagement neu ausgerichtet werden.

Die Krankenhäuser haben wenig finanziellen Spielraum, um die Qualität stationärer Behandlungen weiter zu verbessern, analysieren die Experten von Roland Berger in ihrer Studie “Qualitätsorientierte Vergütung im Krankenhaussektor: Die richtigen Anreize schaffen – Qualitätsdefizite in der stationären Versorgung beheben”. Mit dem Krankenhausstrukturgesetz, das unter anderem eine qualitätsorientierte Vergütung beinhaltet, soll die aktuelle Situation verbessert werden.

Die Reformziele sind ambitioniert: eine Verbesserung der stationären Behandlungsqualität, die gesetzliche Verankerung einer patientengerechten und höherwertigen Versorgung sowie Zu- bzw. Abschläge in Abhängigkeit von der Versorgungsqualität. “Qualität ist unteilbar und sollte stets einheitlich für alle Krankenhausbenutzer gelten. Darauf ist bei der Ausgestaltung von Qualitätsverträgen und anderer Qualitätsinstrumente zu achten. Qualität hängt auch von einer guten Infrastruktur im Krankenhaus ab. Hierfür sollten die Länder angemessene Investitionsmittel bereitstellen”, kommentiert der PKV-Verband das Krankenhausstrukturgesetz.

Da es im deutschen Krankenhauswesen bisher keine Erfahrungen mit einer flächendeckenden qualitätsorientierten Vergütung gibt, muss eine entsprechende Reform kontrolliert eingeführt und ihre Umsetzung permanent überwacht werden, fordert Roland Berger-Consultant Peter Magunia.

Um auf die künftig steigenden Qualitätsanforderungen und ein qualitätsorientiertes Vergütungssystem reagieren zu können, empfehlen die Autoren der Studie, das Qualitätsmanagement in deutschen Krankenhäusern neu auszurichten. Krankenhäuser müssen standardisierte Mess- und Steuerungssysteme einführen und Prozesse sowie Strukturen auf jene Faktoren neu ausrichten, die maßgeblich für die Behandlungsqualität von Patienten sind. (vwh/dg)

Bildquelle: Tim Reckmann / pixelio.de

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