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US- und EU-Aufseher leben in verschiedenen Welten

01.06.2015 – solvency_fotoliaEuropäische Versicherungsunternehmen drängen auf den US-Markt, aber sehen sich mit ungewohnten amerikanischen Kapitalstandards konfrontiert. Seit Jahren unternehmen US-amerikanische und europäische Aufseher den Versuch, Brücken zwischen den unterschiedlichen Regimen zu bauen. Bisher nur mit mäßigem Erfolg. Hinzu kommt, dass ich seit der Finanzmarktkrise und den NSA-Skandalen das Verhandlungsklima nicht verbessert hat.

“Wir sind uns bewusst, dass das Geschäft der Versicherer international ist und dass immer mehr europäische Unternehmen auf den amerikanischen Markt drängen“, unterstrich Manuela Zweimüller von Eiopa die Tendenz zum US-Geschäft. Seit der Finanzkrise und Cyberattacken seien die Verhandlungen zwischen den Aufsichtsbehörden nicht einfacher geworden. Es bedürfe Jahre, um Vertrauen aufzubauen zugunsten einer guten und soliden Regulierung dies und jenseits des Atlantiks. “Wir glauben, dass internationale US-Standards und das europäische Solvency II-Regime sehr wohl miteinander vereinbar sind”. Der Erfolg liege darin, dass beide Seiten zu einer gemeinsamen Sprache finden. Es bedürfe einer Übereinkunft von Mindeststandards allerdinsgs mit stringenten Anforderungen, die Unternehmen dennoch Flexibilität zusicherten.

“Wir müssen in der Tat zu einer gemeinsamen Sprachregelung finden”, pflichtete Christina Urias, Direktorin von International Insurance Regulatory Affairs. Nach Jahren von Verhandlungen sei sie stolz, dass in den USA nunmehr mit den International Capital Standards (ICS) ein Risiko basierter Aufsichtsrahmen etabliert sei. Unterschiede zu Europa gebe es vor allem bei den Rechnungslegungsstandards. “Wir müssen da mit konsisten und praktikablen Lösungen für die Zukunft aufwarten. Der US-amerikanische Kongress zeige großes Interesse zu gemeinsamen Positionen mit Europa zu kommen und verfolge sehr genau, wie sich die EU-Kommission hier als Verhandlungsführerin positioniere.

“Sie sollten eine Verteidigern von Solvency II werden“, ermunterte die frisch ins Amt gekommene Referatsleiterin Versicherungen und Renten bei der EU-Kommission, Nathalie Berger, die US-Repräsentantin. Brauchen wir in der EU wirklich ICS-Standards? fragte Karel Van Hulle, Vorgänger von Berger in der EU-Kommission. Im Sommer werde die EU-Kommission mit einem Aktionsplan hierzu aufwarten, bestätigte Berger. Der EU-Kommission gehe es darum, dass für die europäischen Versicherer eine level playing field ermöglicht werde mit offenen Märkten für europäische Versicherer. “Wir erkennen in diesem Zusammenhang die Vorteile von globalen Kapitalstandards für global agierende Versicherer sehr wohl an”. (taf)

Bildquelle: Fotolia

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