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US-Behörde kämpft gegen Steueroptimierung mit “Schatten-Versicherungen”

17.12.2014 – Die Finanzbehörde des US-Bundesstaats New York wirft Lebensversicherern vor, über Rückversicherung die USA um bis zu 100 Mrd. US-Dollar an Steuereinnahmen zu prellen, schreibt die New York Times. Als Beispiel für diese Praxis nennt die Zeitung die Transamerica Life, ein Tochterunternehmen der niederländischen Aegon.

Die New York Times zitiert einen Brief von Benjamin M. Lawsky an den Finanzminister der USA, Jacob J. Lew. Lawsky (44) ist Jurist, Demokrat und steht seit 2011 der Steuerbehörde des US-Bundesstaats New York vor. Den New Yorker Behörden kommt in der stark zersplitterten US-Aufsicht im Finanzgewerbe eine führende Rolle zu. Lawsky hatte sich im vergangenen Jahr der „Finanz-Alchemie“ der Lebensversicherer angenommen. Zwei Ökonomen hatten herausgearbeitet, wie Lebensversicherer mit Hilfe von Rückversicherern und Captives ihre Reserven und Gewinne aufplustern.

Das liegt unter anderem an Reserveanforderungen durch die National Association of Insurance Commissioners (NAIC) aus dem Jahre 2000. In manchen Lebensversicherungs-Sparten sind sie zu hoch. Einzelne US-Bundesstaaten arbeiten deshalb mit niedrigeren Reserveanforderungen. Lebensversicherer machen sich das durch Rückversicherungsverträge mit hauseigenen Captives in diesen Staaten zu Nutze, heißt es in dem Bericht der New York Times. Sie stützt sich dabei auf die Studie von Ralph S.J Kijen und Motohiro Yogo vom April dieses Jahres, die diese Praxis „Schatten-Versicherung“ nennen. Die Schatten-Versicherung bläht die Reserven auf und erhöht den Gewinn.

Lawsky hatte die Lebensversicherer im September vergangenen Jahres gebeten, diese Praxis einzustellen und ihnen im Gegenzug Steuererleichterungen angeboten. Allerdings kam ein Jahr nach diesem Angebot keine Rückmeldung aus dem Markt.

Michiel van Katwijk
, Finanzchef von Aegon in den USA, weist darauf hin, dass die Geschäftspraktiken von den Bundesbehörden genehmigt worden sind. Der Niederländische Versicherungskonzern macht zwei Drittel seines Gewinns in den USA. In den ersten drei Quartalen sank jedoch der Gewinn in den USA um ein Drittel. Grund dafür ist die steigende Lebenserwartung. Man habe die Modelle angepasst, berichten die Niederländer.(ba)

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