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Urteil: Schlaganfall auf dem Zahnarztsessel

10.03.2015 – zahnartzbesteck_michael_horn_pixelioÜber das äußerst seltene Risiko, einen Schlaganfall während einer Implantatbehandlung zu erleiden, muss der behandelnde Zahnarzt nicht aufklären. Nach Gerichtsurteil liegt kein Verschulden des Zahnarztes vor, wenn ein Schlaganfall während einer mehrstündigen Zahn-OP auftritt.

Im vorliegenden Fall hatte ein Patient – seines Zeichens Urologe – einen Zahnarzt verklagt, der Zahn-Implantate in einer mehrstündigen OP eingesetzt hatte und erst spät auf einen Schlaganfall reagierte. Um 9 Uhr hatte die Behandlung begonnen. Gegen 12 Uhr – über den genauen Zeitpunkt herrscht Uneinigkeit – wurde die OP auf Anraten eines hinzugezogenen Internisten abgebrochen. Der Patient verblieb im Behandlungsraum. Gegen 16.15 Uhr wurde nach Rücksprache mit dem Zahnarzt, der mittlerweile verstorben ist, der Notarzt gerufen.

Die Folge: Der Patient ist zu 100 Prozent schwerbehindert und arbeitsunfähig, musste seinerseits seine Praxis veräußern und klagt über Schmerzen und Depressionen. Und dennoch: Das LG lehnte Schadenersatz ab. Auch die Berufung vor dem OLG Köln (5 U 104/13) hatte keinen Erfolg.

Es konnte kein Behandlungsfehler festgestellt werden. Darüber hinaus konnte auch nicht nachgewiesen werden, dass der Schlaganfall aufgrund der Behandlung aufgetreten sei. Schließlich komme auch ein Anspruch wegen Aufklärungsfehler nicht in Frage. (vwh/ku)

Die Details und weitere Rechtsfälle finden Sie in der aktuellen Ausgabe von VersR (8/15)

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