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Urteil: Abszess kein Beweis für Hygienemängel

19.05.2014 – VersR-15Ein Spritzenabszess ist kein direkter Hinweis auf hygienische Behandlungsmängel. Auch kann ein Patient nicht erwarten, über Alternativen zu einer Spritze aufgeklärt zu werden, wenn vergleichsweise ähnliche Risiken bestehen.

“Kein Anscheinsbeweis für Nichteinhaltung von Hygienestandards beim Auftreten eines Spritzenabzesses”, stellt das Oberlandesgericht Köln fest. Damit geht es mit der Entscheidung des Landesgerichts d’accord, das die Klage eines Schmerzpatienten abwies. Dieser sei mit starken, bereits länger anhaltenden Schmerzen, in die Klinik gekommen, um sich behandeln zu lassen.

Die Spritze hatte Komplikationen verursacht. Ein Spritzenabszess, eine laut Definition häufig bakteriell bedingte abgekapselte Eiteransammlung als Folge einer großherdigen oder mehrerer kleinherdiger Abszedierungen, war aufgetreten.

Die statistische Wahrscheinlichkeit einer solchen Komplikation liegt laut Gutachter bei 1:10.000 bis 1:12.000. Der direkte Nachweis von nicht eingehaltenen Hygienestandards sei durch Auftreten keinesfalls gegeben. Auch liege kein Aufklärungsfehler vor. Mit höchster Wahrscheinlichkeit hätte sich der Patient für die Spritze entschieden, da er laut eigener Angaben drei Tage nach der Behandlung in Urlaub fahren wollte. Auch sei die Alternative einer Behandlung ohne Spritze medizinisch nicht gleichwertig zu betrachten.  (vwh)

Den kompletten Text sowie weitere Fälle lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von VersR (Heft 15/2014).

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