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Unfalltod der Frau miterlebt: BGH sieht außergewöhnliche psychische Belastung

28.04.2015 – Paragraf_Thorben Wengert_pixelioEin Schock durch direktes Miterleben des Unfalltodes der Ehefrau wiegt schwerer als einer, der durch den Erhalt einer Unfallnachricht ausgelöst wurde. Das hat nun der Bundesgerichtshof festgestellt und einer entsprechenden Revision stattgegeben. Ein Motorradfahrer war selbst knapp dem Tod entgangen und hatte dann mit ansehen müssen, wie seine Frau – ebenfalls mit dem Motorrad unterwegs – von einem Auto erfasst und getötet wurde.

Durch den Tod seiner Frau musste der Mann seinen Beruf als Lkw-Fahrer aufgeben, ist nicht mehr in der Lage, ein Fahrzeug zu führen. Auch die einst gemeinsame Wohnung musste der Mann auf Anraten seines Arztes aufgeben. Auch Motorradfahren kommt nicht mehr in Frage.

Außergerichtlich waren dem Mann 4.000 Euro Schmerzensgeld gezahlt worden. Landesgericht und OLG hatten die Klage auf weitere Zahlungen zurückgewiesen mit der Begründung, dass die Beeinträchtigungen nicht über die gesundheitlichen Auswirkungen hinausgehen, denen Hinterbliebene bei der Benachrichtigung vom Unfalltod eines Angehörigen erfahrungsgemäß ausgesetzt sind.

Dies hat der BGH nun korrigiert und zur erneuten Verhandlung zurückverwiesen. (vwh/ku)

Bildquelle: Thorben Wengert / pixelio.de

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Link: Urteil. Psychische Beeinträchtigung. Schockschaden durch Miterleben des unfallbedingten Todes der Ehefrau, in: VersR 12/15, S. 501 (Einzelartikel zu 7,97 Euro)

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