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Trickreiches Opting-out bei Reiserücktritt unzulässig

01.09.2014 – Reise_Jerzy_pixelio.deDie Reiseplatform Opodo darf nicht zum Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung drängen. Das Landgericht Berlin hat einer Klage des Bundesverbandes der Verbraucherzentrale VZBV entsprochen (Az. 15 O 413/13). Wer auf einen entsprechenden Versicherungsschutz verzichten wollte, musste diese Entscheidung ausdrücklich per Klick bestätigen. Ein zweistufiges Opting-out sah das Gericht in dem noch nicht rechtskräftigen Urteil als intransparent und somit unzulässig an.

Die Richter verpflichteten den Vermittler außerdem dazu, die für die meisten Zahlungsweisen erhobene Servicepauschale von Anfang an in den Flugpreis einzurechnen. Opodo hatte nach Auffassung des VZBV mit einer unfairen Masche zum Abschluss einer Reiseversicherung gedrängt. Kunden, die keine Versicherung wollten, mussten zunächst ausdrücklich auf den angebotenen Reiseschutz verzichten und erklären, dass sie im Notfall alle Kosten selbst zahlen.

Nach dieser klaren Entscheidung öffnete sich ein neues Fenster, in dem Opodo vor hohen Stornokosten und täglich mehr als 500.000 Flugverspätungen warnte und die Reiseversicherung erneut anpries. Wer dann auf den Button „Weiter“ klickte, um endlich mit der Buchung fortzufahren, entschied sich damit doch für die zuvor abgelehnte Versicherung – und das meist ungewollt.

Die Richter untersagten Opodo außerdem, die Gesamtpreise der ausgewählten Flüge am Buchungsbeginn zu niedrig auszuweisen. Die angezeigten Preise galten nur für die Zahlung per American Express Karte. Für alle anderen Zahlungsweisen kam eine „Servicepauschale“ dazu. (vwh)

Bildquelle: Jerzy/ pixelio.de

Link: Urteil des LG Berlin vom 29.07.2014 – nicht rechtskräftig (PDF)

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