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Transaktionszunahme offenbart SEPA-Schwächen

09.12.2013 – sepaVersicherungsunternehmen haben den großen Aufwand für die Einführung der Single Euro Payments Area (SEPA) durchaus realistisch eingeschätzt. Dennoch offenbaren sich im SEPA-Endspurt einige Schwachstellen. Eine große Herausforderung ist beispielsweise die mangelnde SEPA-Vorbereitung der Firmenkunden. Deshalb haben 43 Prozent der Versicherer bereits einen Notfallplan entwickelt, für den Fall, dass Geschäftskunden ihre eigenen Systeme zum Stichtag 1. Februar 2014 noch nicht vollständig auf SEPA umgestellt haben. Das zeigt die vierte Studie der PPI AG zum SEPA-Readiness-Index.

Eine Gastbeitrag von Dr. Hubertus von Poser, Studienleiter, Zahlungsverkehrsexperte und Partner im Software- und Beratungshaus PPI AG.

Im Zuge der Umstellung auf SEPA wurde das Datenformat für Zahlungsinformationen von DTA auf XML umgestellt. Beispielsweise sollen XML-basierte CAMT-Nachrichten eine nahtlose und automatische Verarbeitung umfangreicher Kontoauszugsinformationen und Sammelbuchungen ermöglichen. Einigen Versicherern bereitet jedoch der je nach Kreditinstitut unterschiedliche Aufbau der CAMT-Nachrichten Schwierigkeiten beim automatisierten Auslesen und Verarbeiten.

Nahezu jede vierte Assekuranz plagt sich im SEPA-Endspurt zudem mit der Einführung einer Mandatsverwaltung und der Anpassung im Lastschriftverfahren. Bei jedem fünften Versicherer erweist sich auch die Umstellung von nationaler Kontonummer und Bankleitzahl auf IBAN und BIC als Herausforderung, so weitere Studienergebnisse.

Weit größere Sorgen als die technischen Herausforderungen bereiten den Assekuranzen jedoch die fehlende Akzeptanz und die mangelnde Vorbereitung ihrer Geschäftskunden. Für den Fall, dass Geschäftskunden ihre Systeme zum Februar 2014 noch nicht vollständig umgestellt haben, entwickeln 43 Prozent der Versicherer bereits einen Notfallplan. Zu den Notmaßnahmen zählen unter anderem Urlaubssperren sowie eine nochmalige Aufstockung der Unterstützungskapazitäten.

Auch bei den Maklern ist die SEPA-Vorbereitung häufig noch unzureichend. Dies nutzen Versicherer, um Makler zu einer Umstellung der Einzüge vom Maklerinkasso auf das sogenannte Zentralinkasso zu bewegen. Den Maklern wird insofern eine Umstellung auf SEPA erspart und die Liquiditätssteuerung der Versicherungen verbessert.

Auf der Privatkundenseite bereitet das fehlende Wissen um die SEPA-Regeln häufig Probleme. So rufen beispielsweise viele Kunden verärgert ihren Versicherer an, wenn die Abbuchung einer Erstlastschrift bereits fünf Tage vor Fälligkeit im Online Banking zu sehen ist. Die Kunden übersehen dabei, dass die Erstlastschrift zwar angezeigt, aber erst zum Fälligkeitsdatum belastet wird. Aus diesen und anderen Gründen haben einige Versicherungsunternehmen bereits spezielle SEPA-Telefon-Hotlines für ihre Kunden eingerichtet. Auch wenn die Versicherungen mit Zuversicht dem Stichtag entgegensehen, werden auch danach weitere Feinjustierungen zu erwarten sein.

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