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Telematik: Datenhoheit beim Kunden belassen

23.04.2014 – telematik-unit-150“Alle im und vom Auto erhobenen Daten gehören grundsätzlich dem Kunden”, stellt der GDV fest. “Also muss dieser allein darüber verfügen und entscheiden können, ob und welche Daten er gegebenenfalls welchem Dienstleister für welche Zwecke zur Verfügung stellt.” Die e-Call Entscheidung des Europaparlaments begrüßt man grundsätzlich. Die Definition des Standards für eine Telematikplattform und ihre Schnittstellen stünden indes noch aus.

Der GDV macht seinerseits einen Vorschlag, wie eine derartige Telematikplattform funktonieren könnte: Danach erlaubt eine standardisierte Schnittstelle den Zugang zur Plattform. Diese ist in zwei Ebenen unterteilt. Die Fahrzeugebene liefert über weitere standardisierte Schnittstellen Daten von unterschiedlichen Quellen. Die App-Ebene kommuniziert über die standardisierten Schnittstellen mit der Fahrzeugebene, um die Daten zu empfangen und zu senden, die sie für den vom Kunden gewünschten Dienst benötigt (siehe VERTRIEB).

Die Grünen haben das Thema für sich entdeckt: Über den Datenschutz im Auto will man sich in einer Kleinen Anfrage informieren. Die Abgeordneten interessiert unter anderem, welche Formen datenschutzsensibler Datenerhebungen in Privat-Kraftfahrzeugen sowie im Bereich der Infrastruktur des Kfz-Individualverkehrs der Bundesregierung bekannt sind und wie diese Daten gespeichert werden.

Dass die Erhebung von Daten im Auto durchaus nützlich sein kann, hat Lars Giebel, Abteilungsdirektor bei der Öffentlichen Versicherung Braunschweig, festgestellt. Sein Dienstwagen, der ihm vor der Haustür geklaut worden war – stattdessen fand er einen japanischen Kleinwagen vor – konnte per GPS aus der Telematikbox geortet werden. Giebel: „Die Ortung bei Diebstahl wie in meinem Fall ist natürlich ein angenehmer Nebeneffekt. Man darf nicht vergessen, dass für einen Neuwagen, der älter als zwei Jahre ist, bei Diebstahl nicht mehr der volle Neuwert gezahlt werden kann, sondern nur noch ein Zeitwert. Also lohnt es sich allein aus finanziellen Gründen, in eine Telematikbox zu investieren.“

Trotz dieser Vorteile nimmt Lars Giebel die Bedenken der Datenschützer ernst: „Es muss ganz klare Regeln dafür geben, wer welche Daten erheben und auswerten darf, und das nicht nur bei Dienstfahrzeugen.“ Die Öffentliche, das vergisst deren Pressemitteilung nicht zu erwähnen, bietet unter anderem auch Telematikboxen an.

Foto: Die Telematik-Einheit sammelt Daten und kann so auch bei Diebstahl das Fahrzeug orten. (Quelle: Öffentliche Versicherung Braunschweig)

Link: eCall – Europäisches Parlament sieht künftige standardisierte Schnittstelle vor (AssekuranzAgenda des GDV)

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