Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Studie analysiert die Nachhaltigkeit der EU-Sozialstaaten

10.04.2014 – christina-wilke-150“Soziale Wohltaten wurden gleichmäßig verteilt – allerdings nicht gleichmäßig finanziert“, stellt Christina Benita Wilke, Senior Economist am Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) fest. Zusammen mit Michael Bräuninger, Forschungsdirektor am HWWI, hat Wilke im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) die europäischen Sozialstaaten unter die Lupe genommen und erheblichen Handlungsbedarf identifiziert:

“Insgesamt muss in Deutschland, wie auch in vielen anderen europäischen Ländern, dringend ein Perspektivenwechsel stattfinden. Ein Renteneintrittsalter, das an die steigende Lebenserwartung gekoppelt ist, hätte sicherlich auch für Deutschland seinen Charme“, fasst die Forscherin die Ergebnisse zusammen. Die Leiterin der Bremer Niederlassung des HWWI erklärte weiter: „Als wichtigste Politikmaßnahme ergibt sich hieraus neben der je nach Land möglicherweise unterschiedlich angemessenen Höhe des gesetzlichen Renteneintrittsalters insbesondere die Umsetzung eines einheitlichen Renteneintrittsalters für Männer und für Frauen.“ In der Mehrzahl der Länder liege nämlich das gesetzliche Renteneintrittsalter für Männer bei 65 Jahren und für Frauen bei 60 Jahren. In einigen Staaten liegt allerdings auch das Eintrittsalter für Männer deutlich unter 65 Jahren, im Durchschnitt der EU-27 beträgt es 63,9 Jahre. Das effektive Renteneintrittsalter ist in den meisten Ländern allerdings nochmals deutlich geringer als die vorgeschriebenen gesetzlichen Regelaltersgrenzen. Einzig Irland (64,1), die skandinavischen Länder Schweden (63,8) und Dänemark (63,1), sowie Zypern (63,5) und die Niederlande (63,2) erreichen hier einen Wert über 63 Jahren.

Die Staatsausgabenquoten liegen in Europa im Durchschnitt mit einem Anteil von fast 50 Prozent am Bruttoinlandsprodukt deutlich höher als beispielsweise in den USA oder in Japan. Innerhalb Europas gibt es aber große Unterschiede. Der mit Abstand größte Teil der Staatsausgaben entfällt auf die Sozialausgaben. Dafür wird im Durchschnitt der EU-27 etwa ein Fünftel des BIP ausgegeben.

„Die Förderung der privaten Altersvorsorge, insbesondere durch die Riester-Rente, hat in Deutschland die richtigen Impulse gesetzt“, resümmierte Forschungsdirektor Michael Bräuninger.

Foto: Christina Betina Wilke hat die mit dem HWWI die europäischen Sozialsysteme untersucht. (Quelle: HWWI)

Link: Die Ergebnisse der Studie “Zur Zukunftsfähigkeit der europäischen Sozialsysteme” im Detail (PDF)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten