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Solvency II zwingt dazu, sich mit den Risiken zu befassen

30.06.2015 – solvency_fotoliaSolvency II bietet mit seinem ganzheitlichen Ansatz die Gewähr dafür, dass die Unternehmen in allen Bereichen angehalten sind, risikoorientiert zu handeln, betont Bafin-Abteilungsleiterin Beatrice Freiwald gegenüber VWheute. „Wenn sie dem nachkommen, worauf wiederum die Aufsicht achtet, stabilisiert und stärkt dies die Unternehmen – die dadurch letztlich auch für ihre Kunden robuster und widerstandsfähiger für die Anfälligkeiten der Finanzmärkte werden.”

„Das Hauptziel der Beaufsichtigung von Versicherungsunternehmen besteht im Schutz der Versicherungsnehmer und der Begünstigten von Versicherungsleistungen“, sagt Beatrice Freiwald, Abteilungsleiterin für Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht bei der Bafin. „Diese Aufsichtsziele können mit dem Solvcency-II-Rahmenwerk aus aufsichtlicher Sicht noch besser erreicht werden.“

Solvency II verstärke die Sicht auf die Risiken, denen die Unternehmen ausgesetzt sind. Die Höhe des von den Unternehmen vorzuhaltenden Sicherheitskapitals richte sich gerade nach dem Risikoprofil, also nach den von den Unternehmen eingegangenen Risiken. „Je höher die Risiken sind, die ein Unternehmen eingehen will, desto mehr Kapital muss es dafür auch vorhalten“, betont Freiwald.

Ergänzend zu den quantitativen Anforderungen seien die Unternehmen aufgefordert, sich intensiv mit dem Management ihrer Risiken auseinanderzusetzen. „Gerade auch hinsichtlich ihrer Kapitalanlage sind die Unternehmen gehalten, nur in solche Anlagen zu investieren, deren Risiken sie erkennen, messen, überwachen, managen und steuern können.“

Im qualitativen Bereich wird von den Unternehmen mit der unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (ORSA) ein Blick in die Zukunft verlangt, was die Risikoexponierung des Unternehmens und den sich daraus ergebenden Kapitalbedarf betrifft. „Dieser Blick muss das gesamte Unternehmen umfassen und bezieht sich sowohl auf quantitative als auch qualitative Aspekte“, sagt die Bafin-Abteilungsleiterin.

Zu diesen Anforderungen treten noch die Berichtspflichten der Unternehmen hinzu. Sie sind nicht nur berichtspflichtig gegenüber der Aufsicht, sondern auch offenlegungspflichtig gegenüber der Öffentlichkeit. „Hierdurch wird eine im Vergleich zur Vergangenheit erhöhte Transparenz geschaffen, die durch die daraus resultierende Marktdisziplin zu einem risikoadäquaten Verhalten der Unternehmen beiträgt.“ (ba/ku)

Bildquelle: Fotolia

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