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Solvency II: Versicherer-Kennzahlen wenig aussagekräftig

24.03.2016 – Vergleich_Fotolia_99033992Die Ratingagentur Moody’s zweifelt an der Aussagekraft der Solvenzquoten nach Solvency II. Die Vergleichbarkeit sei äußerst eingeschränkt, da Versicherer gerade durch Übergangsregelungen oder Drittländerregelungen die Solvenzquoten positiv beeinflussen können. “Gerade unterschiedliche interne Modelle zur Berechnung könnten zu widersprüchlichen Annahmen führen”, sagt Moody’s-Spezialist Dominic Simpson.

Erste Lebensversicherer haben ihre Solvenzquote nach Solvency II veröffentlicht, allesamt, wie Moody’s meldet, zwischen 150 und 200 Prozent. Was nun die Ratingagentur an der Aussagekraft und Vergleichbarkeit zweifeln lässt, sind Übergangsregelungen von bis zu 16 Jahren, die in die Modelle eingepreist werden können. Durch Drittländerregelungen könnten Versicherer ebenso ihre Kennzahlen aufpolieren. Als Beispiel führt Moody’s die Axa an, die durch US-Äquivalenz und die Übergangsregelungen ihre Solvenzquote um bis zu 40 Prozent verbessert. Die Axa weist aktuell 205 Prozent aus.

“In jedem Fall wird die Solvency-II-Regulierung aufgrund des zugrunde gelegten Ansatzes einer Marktwertbilanz im Vergleich zu Solvency I zu einer erhöhten Volatilität führen”, hatte die Allianz bereits in ihrem Geschäftsbericht für 2014 angemerkt.

Auch die deutschen Aktuare sehen die Solvenzquoten vielmehr als Momentaufnahme mit eingeschränkter Aussagekraft. (siehe DOSSIER)

Ungeachtet der tatsächlichen ökonomischen Bedeutung ziehen aber die Aufsichtsbehörden die Solvenzquoten heran. Die aktuell gemeldeten Zahlen deuten nicht darauf hin, dass Bafin und Co. intervenieren werden, schließt Moody’s im aktuellen Report “Solvency II Ratios: Not Fully Comparable, Generally Comfortable Level”. (vwh/ku)

Bildquelle: Fotolia

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