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Erstarkung der Tories für Rückversicherer eine Steuerchance

11.05.2015 – philipp-thomas-150Von VWheute-Korrespondent Carl Philipp R. Thomas. Statt dem prognostizierten Gleichstand von je ca. 270 Mandaten brachten es die Konservativen bei 66 Prozent Wahlbeteiligung  auf 330 Sitze/36,9 Prozent der Simmen, Labour auf  bloß 232 Sitze/30,4 Prozent der Stimmen. Ein konstant wirtschaftsfreundlicher Kurs unter der Tory-Mehrheit zeichnet sich ab mit Erleichterungen für den Versicherungsstandort.

Labour war der Hauptleittragende des schottischen Erdrutsches hin zur Unabhängigkeitspartei SNP, die 56 von 59 schottischen Sitzen erlang. Die Tories hingegen haben die absoltue Parlamentsmehrheit errungen (330 von 650 Sitzen).  Die Erstarkung der Tories dürfte es den Konservativen gestatten, weiterhin einen eher wirtschaftsfreundlichen Kurs zu fahren. Hierzu sollten mit dem Ziel, den Bermudas das Wasser abzugraben, eine Reduzierung der Körperschaftssteuer von derzeitigen 20 Prozent auf z.B. 12,5 Prozent für Rückversicherer sowie für Risikoverbriefungen gehören. Weiter in der Perspektive scheint eine Ausklammerung von nicht-britischen Aktivitäten aus der Bemessungsgrundlage für die bank levy, eine Sondersteuer für Banken i.H. von 0,21 Prozent der Aktiva. Durch Letzteres ließe sich vielleicht noch die anstehende Sitzverlagerung von HSBC und Standard Chartered nach Hong Kong oder Singapore verhindern.

Andererseits aber ist anzunehmen, dass auch die alleinregierenden Tories die unpopuläre Vorzugsbesteuerung häufig wohlhabender „temporär“ in Großbritannien lebender nondoms umstellen dürften und eine „mansion tax“ auf höherwertige Wohnungen  einführen werden müssen. Auch dürfte David Cameron als erneuter Premier nicht umhin kommen, in ca. zwei Jahren das versprochene Votum über die  britische EU-Mitgliedschaft tatsächlich abzuhalten -mit erheblichen Risiken für den britischen Finanzplatz. Sollte Großbritannien tatsächlich der EU den Rücken kehren, so müssten große Teile des Investment Bankings von anderen Standorten als aus London aus betrieben werden.

Angesichts der massiven Diskrepanz zwischen den Meinungsumfragen und tatsächlichem Wahlergebnis hält die britische Vereinigung der Meinungsumfrager, British Polling Council, nun eine Untersuchung ab. Vermutet wird, dass Sympathisanten konservativer Parteien sich ungerne bei Umfragen als deren wahrscheinliche Wähler outen. Eine solche Erhebung könnte auch hinsichtlich des Wählerverhaltens in Deutschland interessante Aufschlüsse ergeben.

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