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Selbstaufklärung mindert Risiko von Ermittlungen

15.12.2014 – justizia-wage-gerechtigkeit-150In den vergangenen Jahren haben die Ermittlungsverfahren gegen Unternehmen in Deutschland deutlich zugenommen. Aktuelles Beispiel ist der Musterprozess um Schadenersatzforderungen gegen die Hypo Real Estate, der heute fortgesetzt wird. Experten rechnen dabei mit einer abschließenden Entscheidung.

Vor allem in den europäischen Nachbarländern wird bereits um die Einführung eines Unternehmensstrafrechts diskutiert. Rechtsexperten wie Christian Pelz und Henning Schaloske von der Kanzlei Noerr LLP gehen daher davon aus, dass es für die Unternehmensführung nicht mehr um die Frage geht, ob es zu strafrechtlichen Ermittlungen gegen ein Unternehmen kommen wird, sondern wann und wegen welcher Vorwürfe.

Wie sollte allerdings der Vorstand eines Unternehmens im Falle von Ermittlungen reagieren? Oftmals befindet sich Vorstände nämlich hier in einem Dilemma: einerseits müssen sie den Sachverhalt aufklären und das Unternehmen gegen Sanktionen verteidigen. Andererseits stehen sie selbst im Zangengriff von Ermittlungen. So besteht zunächst seitens des Unternehmens keine Verpflichtung, die Ermittler aktiv zu unterstützen.

Dennoch raten die Juristen zur Kooperation, da öffentlichkeitswirksame Untersuchungen und Beschlagnahmen vermieden werden sollten. Zudem sei es in vielen Fällen geboten, unternehmensinterne Untersuchungen durchzuführen. Diese Form der Selbstaufklärung kann nicht nur eine erhebliche Reduzierung von Unternehmensstrafen zur Folge haben. So haben die USA und Großbritannien sogenannte Deferred Prosecution Agreements eingeführt: Nimmt ein Unternehmen an öffentlichen Ausschreibungen teil, ist die Durchführung interner Untersuchungen eine wesentliche Voraussetzung, Vergabesperren oder Blacklisting zu vermeiden. (vwh/td)

Bild: Justitia. (Quelle: Lupo/pixelio.de)

Link: D&O als Schutzweste in Zeiten des Shareholder-Value (VWheute, 10.10.2014)

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