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Schiefer Haussegen zwischen den Generationen

21.10.2016 – alte menschen by_Lupo_pixelio.deDer Konflikt zwischen den Generationen schwellt weiter. Laut einer aktuellen Umfrage der Swiss Life wünschen sich 89 Prozent der Befragten in Deutschland, Frankreich und der Schweiz mehr Solidarität zwischen den Generationen. 63 Prozent vermissen zudem die gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber älteren Menschen. Immerhin zwei Drittel gehen davon aus, dass die Umverteilung von Jung zu Alt Konflikte verursachen werde.

Laut Umfrage glauben zudem 65 Prozent aller Befragten, dass die Jungen zu sehr auf sich selbst schauen. Die Millennials (18- bis 35-Jährige) sowie die Generation X (36- bis 50-Jährige) stimmen dieser Aussage mit jeweils rund 70 Prozent sogar noch stärker zu.

Daneben glauben 52 Prozent der Millennials, dass die älteren Menschen heute auf Kosten der Jungen leben. 86 Prozent der Veteranen (66- bis 79-Jährige) sind mit dieser Einschätzung naturgemäß nicht einverstanden. Auch 77 Prozent der
Babyboomer (51- bis 65-Jährige) teilen diese Aussag nicht.

Gleichzeitig sieht die junge Generation ihre Interessen im Zusammenspiel mit anderen Generationen viel eher bedroht als ältere Menschen. Fast zwei Drittel glauben daher, dass die Umverteilung von Jung zu Alt Konflikte verursachen wird. Je jünger die Befragten, desto häufiger wird Konfliktpotenzial gesehen (Millennials: 70 Prozent, Generation X: 68 Prozent, Babyboomer: 63 Prozent, Veteranen: 55 Prozent).

52 Prozent der Millennials und 37 Prozent der Generation X sind demnach der Meinung, dass die älteren Menschen heute auf Kosten der Jungen leben würden. Die älteren Generationen stimmen dieser Aussage markant seltener zu (Babyboomer: 23 Prozent, Veteranen: 14 Prozent).

46 Prozent der Millennials und 39 Prozent der Generation X vertreten zudem die Ansicht, die Stimme der älteren Menschen habe bei Wahlen zu viel Gewicht. Nur 29 Prozent der Babyboomer und 23 Prozent der Veteranen teilen ebenfalls diese Ansicht.

65 Prozent aller Befragten sind der Meinung, dass die Jungen zu sehr auf sich selbst schauen. Die Millennials und die Generation X stimmen dieser Aussage mit je rund 70 Prozent sogar noch stärker zu. Dementsprechend glauben 31 Prozent aller befragten Personen, dass ältere Menschen zu sehr auf ihre eigenen Interessen schauen. Bei den Millennials sind sogar 41 Prozent dieser Ansicht.

Als Hauptgründe für den ungenügenden Austausch und die fehlende Solidarität zwischen den Generationen nennen die Befragten laut neben der Ich-Zentriertheit auch die Umverteilung im Rentensystem, generationenspezifische Lebensgewohnheiten und -einstellungen sowie fehlenden Respekt.

Zudem konstatiert die Studie auch länderspezifische Unterschiede: So glauben 40 Prozent Schweizer, dass die älteren Menschen heute auf Kosten der Jungen leben würden. Zum Vergleich: in Deutschland sind es 34 Prozent, in Frankreich 31 Prozent.

Daneben sind sind die Deutschen und die Schweizer laut mehrheitlich der Ansicht, dass die Umverteilung im Rentensystem noch Konflikte verursachen wird. In Deutschland vertreten demnach 72 Prozent diese Ansicht, in der Schweiz sind es 69 Prozent, in Frankreich 54 Prozent.

“Angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen gehört die Frage der Generationensolidarität ins Zentrum der öffentlichen Debatten. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass sich die Menschen eine starke Solidarität zwischen den Generationen wünschen und willens sind, etwas dafür zu tun”, konstatiert Patrick Frost, Vorstandschef der Swiss Life-Gruppe.

Zudme werde auch das Konfliktpotenzial deutlich: “Insbesondere die finanzielle Umverteilung von Jung zu Alt stört die jungen Generationen und wird als unfaire Bürde empfunden. Aus Fairness gegenüber künftigen Generationen muss die Reform der Altersvorsorge in unserem Land deshalb schnell und nachhaltig erfolgen. Nur so stellen wir sicher, dass wir künftigen Generationen ein gut ausfinanziertes, modernes Vorsorgesystem hinterlassen können”, fordert Frost. (vwh/td)

Bildquelle: Lupo / pixelio.de

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