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Scharfe Kritik an gesetzlicher Pflegeversicherung

09.09.2014 – Bernd_RaffelhueschenMit scharfer Kritik an der gesetzlichen Pflegeversicherung dürfte Bernd Raffelhüschen, Professor für Finanzwissenschaft an der Universität Freiburg, auf dem heutigen 14. Continentale PKV-Forum in Köln eine hitzige Diskussion auslösen. Nach Meinung des Wissenschaftlers ist die Einführung der Pflegeversicherung im Umlageverfahren „der wohl größte sozialpolitischen Fehler der letzten Jahrzehnte“.

„Der Generationenvertrag ist für zukünftige Beitragszahler bei minimal sechs Prozent Beitragssatz in der langen Frist schlicht nicht akzeptabel“, kritisiert Raffelhüschen. Daher plädiert der Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge dafür, dass künftig der gesetzliche Schutz erst nach einer längeren Karenzzeit greifen soll. Damit würde die gesetzliche Pflegeversicherung noch mehr zu einer Teilabsicherung und die private Vorsorge noch wichtiger werden. Zudem geht Raffelhüschen davon aus, dass mit der Reform des Pflegebedürftigkeitsbegriffs der notwendige Beitragssatz um einen Prozentpunkt angehoben werden muss.

Die Regierung geht von einem deutlich niedrigeren Wert aus. Was genau geplant ist, stellt Ulrich Dietz dem Plenum vor. Er ist Leiter des Referats Grundsatzfragen der Pflegeversicherung im Bundesministerium für Gesundheit. Dass es bei der Pflege viele Baustellen gibt, zeigt das Thema einer Podiumsdiskussion, die sich damit auseinandersetzt, warum die Angst vor der Pflege hoch ist, gleichzeitig aber kaum privat vorgesorgt wird. Wer für Pflegefälle in welchem Umfang aufkommen muss, wird Theo Langheid, Fachanwalt für Versicherungsrecht aus Köln beleuchten.

Sehr kritisch sieht übrigens Raffelhüschen das Problem, dass die Leistungsempfänger selbst nichts für ihre Pflege zahlen sollen und dies ihren Kindern und Enkeln überlassen. Der Wissenschaftler will in Köln für eine gerechtere Verteilung der Pflegelasten plädieren. Auch die geförderte Pflegeversicherung, der Pflege-Bahr, dürfte unter Beschuss geraten. So lehnt Helmut Posch, Vorstandsvorsitzender des Continentale Versicherungsverbunds, das Produkt ab, weil es ohne Gesundheitsprüfung verkauft werden muss und so den Bestand gefährde. (siehe DOSSIER). (usk)

Bild: Bernd Raffelhüschen, Universität Freiburg. (Quelle: Uni Freiburg/Raffelhüschen)

Links: Programm, Publikationen von Bernd Raffelhüschen

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